Geld oder Liebe – was macht wirklich glücklich?

Unter dem Titel „Geld oder Liebe – was macht wirklich glücklich“ habe ich das folgende Interview für die Zeitung Lea gegeben.

Weder das eine noch das andere macht glücklich. Geld kann Sorgen um seinen Verlust hervorbringen, und der Versuch, es zu mehren, kann das Leben zum Stress werden lassen. Liebe kann vergehen und alle Hoffnungen darin enttäuschen.
Das Problem liegt darin, zu glauben, dass der Gegenstand der Begierde automatisch eine bestimmte Lebensqualität mit sich bringt. Das ist falsch. Es kommt aber darauf an, wie man mit Geld oder Liebe umgeht.
Beides hat eine soziale Dimension. Es erfüllt, es zu teilen, andere daran teilhaben zu lassen im Rahmen der eigenen Möglichkeiten. Geld erfüllt den, der gibt (ohne sich aufzugeben), und Liebe erfüllt den, der liebt (ohne sich zu opfern). Zudem ist in der Frage: „Was macht wirklich glücklich?“ ein Absolutheitsanspruch enthalten, und zwar auf dauerhaftes Glück.
Wer das erwartet, der hofft, für immer vom Gegensatz zwischen Glück und Leid erlöst zu werden.
Beim Glück handelt es sich aber um ein Kontrastphänomen. Die Suche danach erhält ihren Sinn durch das Unglück. Gäbe es kein Unglück, hätte das Glück keinen Wert. Man würde sich langweilen.
Fazit: Es kommt nicht darauf an, was man hat oder besitzt, sondern wer man ist. Ein Liebender? Einer, der andere teilhaben lässt? Beides zeichnet sich durch besondere Verbundenheit aus.

Umgang mit schwierigen Männern

Umgang mit schwierigen Männern
Wie Frau das Verhalten ihres Partner beeinflussen kann

Wie kann man das Verhalten seines Partners ändern? Sich am Mann abzuarbeiten hat keinen Sinn. Es gibt nur einen Weg, das Verhalten des Partners zu verändern: indem man seine Reaktion auf ihn verändert. Denn eine Paarbeziehung ist die Geschichte der gegenseitigen Reaktionen zweier Partner aufeinander. Mit anderen Worten, es sind immer beide beteiligt. Der Ansatzpunkt zur Verbesserung der Beziehung ergibt sich aus der eigenen Beteiligung am Verlauf der Ereignisse.

 

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In der Partnerschaft auch über Finanzen sprechen

Ein Interview von Radio Bayern mit Michael Mary und Helma Sick.
Hören Sie das Interview hier.

Das liebe Geld: Paare sprechen selten darüber. Es wirkt kalt und unromantisch darüber zu reden und man will sich ja vertrauen. Dabei birgt es enormes Konfliktpotential. Und spätestens wenn die Liebe verpufft, wird aus dem Tabu- schnell ein Kernthema. Warum das Reden über Finanzen in der Partnerschaft so wichtig ist.

Von wegen Venus + Mars

Sie finden hier Hinweise auf das Buch
Von wegen Venus und Mars

Sie ist nicht aus der Welt zu kriegen: die Mähr von den angeblich wesensmäßigen Unterschieden zwischen den Geschlechtern. Dabei steht längst fest: Die Unterschiede innerhalb der Geschlechter sind weitaus größer als die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. In diesem kleinen Buch entlarve ich humorvoll und bissig die 10 größten Geschlechtermythen und zeige, dass sich Männer und Frauen hervorragend verstehen können.

Venus + Mars?
Männer und Frauen stellen füreinander unlösbare Rätsel dar, will man unzähligen Publikationen Glauben schenken. Sie würden vom Mars und der Venus stammen, heißt es, also aus völlig verschiedenen Welten kommen. Diese Welten wären vor allem biologischer Natur, sie wären in unterschiedlichen Genen und Gehirnstrukturen festgeschrieben und würden von dort aus über das Sozialverhalten der Geschlechter und über die Kommunikation von Männern und Frauen bestimmen, und natürlich vor allem über die Liebe.
Wenn dem so wäre, könnten wir es vergessen. Männer und Frauen hätten keine Chance, den biologischen Vorgaben ihres Verhaltens zu entkommen. Genetische Ausstattung und Gehirnstruktur würden sie für Jahrtausende auf ein geschlechtsspezifisches Rollenverhalten festlegen und sie blieben solange Schlösser mit sieben Siegeln füreinander, bis sich ihre Gene eines fernen Tages aneinander angeglichen hätten. Noch in 2000 Jahren würden Männer – dann wahrscheinlich ihre Raumschiffe – besser einparken und Frauen immer noch Schuhe kaufen – nur eben nicht mehr auf der Erde, sondern vielleicht auf Andromedar.
Mehr noch. Aus biologistischer Sicht ist das Rollenverhalten nicht nur genetisch bedingt, sondern sogar unverzichtbar, da es die Liebe angeblich erst ermöglicht. Das biologisch begründete Rollenverhalten der Geschlechter wird kurzerhand zur Grundlage der Liebe erklärt: gerade weil die Geschlechter unterschiedlich wären, seien sie auf die Liebe angewiesen! Jedes Geschlecht repräsentiere, weil es über ganz unterschiedliche Eigenschaften und Fähigkeiten im Vergleich zum anderen Geschlecht verfüge, eine Hälfte der psychischen Welt. In der Liebe würden sich beide Partner dann zu einer ganzen, ungeteilten Psyche vereinen.

Glaubt man solchen Unfug, dann müssen sich Männer und Frauen an ihr Rollenverhalten klammern, ansonsten würden sie der Liebe die Grundlage entziehen. Hier eine kleine Kostprobe solch merkwürdiger Überzeugungen:
„Damit eine Partnerschaft ausgeglichen und „rund“ ist, muss einer der beiden die eher „männlichen“ Eigenschaften verkörpern (d.h. Eigenschaften wie logisch, bestimmt, dominant, die wir der linken Hirnhälfte zuordnen) und der andere die eher „weiblichen“ (also Eigenschaften wie intuitiv, rezeptiv, die der rechten Hirnhälfte zugeteilt werden). Männer neigen dazu, die „männliche“ Rolle einzunehmen, Frauen hingegen die „weibliche“. Somit ist es Männern meist am wichtigsten, „respektiert“ zu werden, während Frauen „geliebt und beschützt“ werden wollen.“ (Catherine Cardinal, 10 Gebote für glückliche Paare)
Eine Beziehung und die ihr zugrunde liegende Liebe sind – folgt man solchen Erklärungen – auf die geschlechtsspezifische Verteilung männlicher und weiblicher Eigenschaften unverzichtbar angewiesen. Damit werden Liebe und Sexualität und auch die Paarbeziehung an das Vorhandensein biologischer Unterschiede geknüpft. „Wahre“, „echte“ oder „wirkliche“ Liebe einschließlich Sexualität und Partnerschaft ist dann nur zwischen den biologischen Geschlechtern möglich, nur zwischen Männern und Frauen, weil nur sie unterschiedliche Gene und Gehirne aufweisen. Nebenbei bemerkt könnten sich auch Schwule und Lesben nicht lieben, weil sie ja über gleiche Gene und Hirnstrukturen verfügt.

Um die These von den „halben“ Geschlechtern zu stützen, wird immer wieder der Mythos der Kugelmenschen bemüht, nachdem Mann und Frau in der Liebe zu einem Ganzen werden. Die Geschichte der Kugelmenschen, die von Platon geschaffen wurde, hat allerdings einen ganz beträchtlichen Haken, auf den der Soziologe Günter Burkart hinweist:
„Allein sind Mann und Frau nur halbe Menschen; erst in der Liebe ergänzen sie sich zu einem Ganzen. Doch die Sache mit den zwei Hälften – als zwei Geschlechtern – ist nicht ganz so einfach: Im Kontext der griechischen Antike ist die Liebe, von der hier die Rede ist, nicht für die Ehe gedacht, sondern beschreibt in erster Linie die Liebe von Männern zu Knaben.“
Autsch, kann man da nur sagen, der Kugelmenschenmythos war gar nicht für die gegengeschlechtliche Liebe gemeint. Ganz nebenbei wird durch die These, Liebe sei nur zwischen den Geschlechtern möglich, die gleichgeschlechtliche Liebe zu einem Irrtum der Natur erklärt und das Rollenverhalten auf ewig zementiert. Der Mann will „respektiert“ werden, ihn drängt es in die Welt hinaus, wo er Macht sucht und Autos einparkt, die Frau hingegen will „geliebt und beschützt“ werden, sie drängt es in die Läden, wo sie schöne Schuhe kauft, damit sie noch schöner wird. Beide Geschlechter können nicht anders, ihre Gene lassen es nicht zu. Und weil sie so unterschiedlich sind, können sie einander natürlich nicht verstehen.

Biologistische Erklärungen für die privaten und gesellschaftlichen Konflikte zwischen den Geschlechtern und für die Liebe mögen generell unterhaltsam sein. Offenbar genießen viele Leser und Leserinnen es, eigene Vorurteile bestätigt zu bekommen und einfach Erklärungen für Rollenverhalten zu bekommen, selbst wenn diese falsch sind. Dennoch schaden diese Thesen mehr als sie nutzen. Sie schaden vor allem deshalb, weil die Liebe durch solche Mythen in ein aus Genen und Hirnstrukturen bestehendes Gefängnis eingesperrt wird. Die Liebe hat sich an solche Zuweisungen allerdings nie gehalten, und sie wird das sicher auch in Zukunft nicht tun.
Ungeachtet dessen erfreuen sich biologisch-deterministische Sichtweisen bezüglich des Geschlechterverhältnisses momentan einer großen Beliebtheit. Wer aber glaubt, Männer und Frauen könnten sich von Natur aus nicht verstehen, der wird die Dynamik der Liebe nicht in voller Tiefe begreifen.

Das Innere Kind

Sie finden hier die Einleitung und einen Überblick zum Buch
Begegnungen mit dem Inneren Kind.

„Was soll das sein, ein ‘Inneres Kind’? Und wo soll es sich befinden? Schiebt man jemanden durch einen Computertomographen, ist nirgends ein Inneres Kind zu sehen. Es zeigt sich weder im Körper noch im Gehirn eines Menschen. Der Ort, an dem es sich aufhält, ist die Psyche.“

Einleitung
Dieses Buch trägt seinen Titel „Begegnungen mit dem Inneren – Kind in Partnerschaften, in Beziehung zu sich selbst, den Menschen und der Welt“ aus mehreren Gründen.
Zum einen ist die Entstehung und Entwicklung des Inneren Kindes untrennbar mit Beziehungen zu anderen Menschen verknüpft, allen voran zur Familie und der umgebenden Welt, in der wir aufwuchsen. Zweitens kommen Menschen meist über Beziehungen in Kontakt mit dem Inneren Kind, in den meisten Fällen über ihre Liebes– und Partnerbeziehungen. Und drittens greift der Umgang mit dem Inneren Kind entscheidend in die Beziehung des Menschen zu sich selbst ein. Das Thema Inneres Kind ist also in jedem Fall ein Beziehungsthema.
Dieses Buch wird durch eine kurze Schilderung persönlicher Erlebnisse eingeleitet. Dies geschieht vor allem deshalb, weil ich zu Beginn der Achtzigerjahre nirgends etwas über den Umgang mit dem Inneren Kind vorfand, denn Anfang der achtziger Jahre gab es eine solche Arbeit noch nicht.
Heute hat sich der Begriff ‚Inneres Kind‘ in etlichen therapeutischen Schulen etabliert, wobei er dort auf eine jeweils eigene, von meiner Arbeitsweise unterschiedliche Art damit umgegangen wird.
Ich habe mein Konzept des Inneren Kindes und meine Art des Umgang mit dem Thema aus persönlichem Erleben und therapeutischer Erfahrung in verschiedenen Methoden humanistischer Psychologie entwickelt. Inzwischen ist daraus eine therapeutische Arbeitsmethode entstanden, die auch Menschen, die an sich selbst arbeiten wollen, einen Umgang mit dem Thema ermöglicht, die aber auch Therapeuten Anregungen vermitteln kann.

Das Buch in der Übersicht
Bevor ich in die Materie einsteigen, will ich Ihnen einen Überblick über die Themen und Thesen dieses Buches geben, und dann in den einzelnen Kapiteln ausführlicher darauf eingehen.
Definition
Das Innere Kind ist ein Begriff für die in der Kindheit entstandene Wahrnehmung von sich selbst, den Menschen und der Welt.
Einfluss
Jemand gerät in den Wahrnehmungszustand des Inneren Kindes, sobald er Ereignisse auf gleiche oder ähnliche Weise deutet, wie er das als Kind tat.
Auswirkungen
Durch die vergangenheitsorientierte Deutung heutiger Ereignisse werden Probleme und auch schwere Krisen ausgelöst.
Begegnungen
Begegnungen mit dem Inneren Kind sind auf zwei Arten möglich.
– Durch plötzlich und dramatisch auftauchende Zustände, oder
– durch permanent und schleichend wirkende Wahrheiten.
Umgang
Ein besserer Umgang mit der Vergangenheit geschieht durch Neudeutungen, die sich auf die eigene Persönlichkeit, die Menschen und die Welt beziehen.
Herausforderung
Die eigene Geschichte neu schreiben. Da die Deutungen des Inneren Kindes nicht rational, sondern vorwiegend körperlich und emotional begründet sind, besteht die Herausforderung darin, Entwicklungen und Vorfälle auch körperlich und emotional auf neue Weise zu deuten. Durch diese Umdeutung schreibt man die persönliche Geschichte neu.
Die Figuren
Rational, körperlich und emotional an der Vergangenheit orientierten Zustände werden durch die Figuren Inneres Kind und Innerer Erwachsener handhabbar.
Entdeckung
Im Kontakt mit dem Inneren Kind werden Menschen eine bedeutsame Entdeckung machen: Man geht mit sich selbst auf gleiche oder ähnliche Weise um, in der Eltern damals mit einem umgingen. Auf die Dauer bekommt man deshalb Probleme mit sich selbst.
Befähigung
Das Ziel des Umgangs mit dem Inneren Kind besteht in der Erweiterung individueller Möglichkeiten. Es geht darum:
– zu denken, was damals undenkbar war,
– zu fühlen, was damals besser war, nicht zu fühlen, und
– zu tun, was damals besser unterlassen wurde.
Der IK–Dialog
Im zentralen Instrument dieser Arbeit, dem ‚Inneren-Kind-Dialog‘, werden die Kräfte Gefühl und Verstand in einem Klima von Bewusstheit miteinander in einen guten und belebenden Kontakt gebracht.
Befreiung
Die Erweiterung individueller Möglichkeiten hat eine Veränderung zur Folge. Der Mensch erlebt die Welt, die Menschen und sich selbst auf einer stabileren, gesünderen und heileren Basis.
Möglichkeiten und Grenzen
Die Beschäftigung mit dem Inneren Kind hilft, Krisen zu durchleben und sich von alten Wahrnehmungsmustern zu lösen. Allerdings geschieht dies nicht in Form von Wundern. Die Umstellung der Wahrnehmung auf derart grundlegender Ebene erfordert Aufmerksamkeit und Geduld.

Wie Lebensträume wahr werden

Sie finden hier Vorwort und Einleitung zum Buch
Lebe deine Träume.

Was soll man im Leben anstreben, was lohnt den Aufwand nicht? Welches sind die Ziele hinter den Zielen? Welches die gesuchten Lebenszustände, die man sich vom Erreichen eines Lebenszieles verspricht. Der gesellschaftliche Mythos verspricht Glück, doch man kann in ihm verloren gehen. Den Weg zur eigenen Erfüllung weist der individuelle Mythos, jene Instanz, die Lebensträume erschafft. Die richtige Antwort liegt in den Lebensträumen verborgen. Lebensträume sind innere Wegweiser, die weniger mit der Zukunft als mit der Veränderung der Gegenwart zu tun haben. Wer sich mit ihnen befasst findet heraus, wo es für ihn hingeht und wer er – in dieser Phase des Lebens – sein will.

Vorwort
Was ist der Sinn des Lebens? Diese interessante philosophische Frage ist jedenfalls nicht Gegenstand der Erörterungen dieses Buches.
Was ist der Sinn meines Lebens? Wie kann ich ihn erkennen? Und wie kann ich ihn erfüllen? Darum geht es hier.
Die richtigen Antworten auf solche zentralen Anliegen sind allerdings weder in irgendwelchen Ratgebern noch von weisen Leuten oder solchen, die sich dafür ausgeben, zu bekommen. Die Antwort auf den Sinn des Lebens kann ein Mensch nur an einem einzigen Ort finden: bei sich selbst – in seinen Lebensträumen.
Doch ganz so einfach ist die Angelegenheit nicht. Lebensträume weisen nicht direkt, sondern indirekt auf den Lebenssinn hin. Ihre Botschaften wollen sozusagen entschlüsselt werden. Sonst läuft man Gefahr, irgendetwas zu tun.
Das ist ein armer Tropf, der zwar weiß, was er tut, aber nicht weiß, wozu er es tut. Vor solcher Torheit ist gefeit wer begreift, wovon er eigentlich genau träumt, wenn er von einem ganz bestimmten Leben träumt. Was die Ziele hinter den Zielen sind.
Sollten Sie über die Lektüre dieses Buches hinaus daran interessiert sein, sich mit dem Thema Lebensträume/Lebensgestaltung in Form eines Arbeitsbuches zu befassen, möchte ich Sie auf meine Anleitung zum Erfolg hinweisen.

Einleitung
Jeder einzelne Mensch ist – in unserem Kulturkreises – permanent damit beschäftigt, etwas zu erreichen.
Die Menschen entwickeln Absichten, schmieden Pläne, verfolgen Ziele, entwerfen große und phantastische Vorstellungen davon, worauf es im Leben ankommt und was sie werden oder haben wollen. Anschließend gebrauchen sie ihre ganze Kraft bei dem Versuch, diese Zukunft zu verwirklichen.
Es ist die Sehnsucht nach einem glücklichen und erfüllten Leben, die, bewusst oder unbewusst, die Menschen vorwärtstreibt. Doch wie kann man solch ein gewaltiges Ziel erreichen? Wie kann man ein Optimum an Glück, Zufriedenheit und Lebensqualität erleben?
Was soll man tun, und was soll man lassen, auf welche Dinge zugehen, welchen ausweichen? Wie sich entscheiden bei dem Versuch, die Richtung zu finden und das Richtige zu tun? Denn was jemand anstrebt und wozu er sich entscheidet alle Ziele können Glück oder Unglück bedeuten und mögen Erfülltsein oder Entleertsein mit sich bringen.
Das Leben bietet scheinbar eine Fülle an Möglichkeiten. Man kann reich oder berühmt werden, zum Mond fliegen oder den Nobelpreis gewinnen, ein Auto besitzen oder sogar Dutzende, in Familien leben oder im Kloster, Staatspräsident werden, Forscher oder Bauer, auf eine einsame Insel auswandern oder in Städten wohnen und … und … und … tausend Anderes mehr.
Man kann die tollsten Lebensträume verwirklichen. Doch was wird am Ziel warten? Wird man tatsächlich glücklicher sein? Werden sich die Jahre oder manchmal sogar Jahrzehnte teils immenser Anstrengung auszahlen? Oder wird man enttäuscht sein von Träumen, die viel versprachen und dann doch wenig hielten?
Was wird jemand am Ende seines Lebens sagen? »Es war großartig« oder »Es war ein großes Missverständnis?«
Das hängt ganz und allein davon ab, woran er sich Zeit seines Lebens orientiert: am individuellen Mythos oder am gesellschaftlichen Mythos. Dies sind zwei wichtige Begriffe dieses Buches, die Erläuterung verdienen.
Der gesellschaftliche Mythos
Der gesellschaftliche Mythos beschreibt eine Welt sichtbarer, anfassbarer und beschreibbarer Gegenstände und Symbole. Er bezieht sich auf alles, was man haben und besitzen kann. Sein Versprechen an den Menschen lautet: »Um ein sinnvolles, glückliches Leben zu führen, musst du etwas … haben.«
Die Vorstellung des Haben beinhaltet eine Verheißung aufgrund eines Traumes, den viele Menschen gemeinsam träumen. Dieser gesellschaftliche Mythos ist ein mächtiger Traum, der von außen auf den Mensch einwirkt. Er wird von den Anderen beschworen und wirkt schon allein durch die Maße seiner Beschwörer. Wenn alle das wollen … dann muss es toll und erstrebenswert sein. Glaubt man.
Der individuelle Mythos
Der individuelle Mythos hingegen bezeichnet die Welt unsichtbarer und nur sehr schwer zu beschreibender innerer Bedingungen des Menschen. Seine Hoffnung lautet: »Um ein sinnvolles und erfülltes Leben zu führen, muss ich etwas … sein.«
Die Vorstellung des Sein beinhaltet Sehnsüchte, Verlangen, Begierden des einzelnen Menschen, sie meint seine Suche nach einer ganz bestimmten Lebensqualität, nach einem Seinszustand. Der individuelle Mythos ist ein mächtiger Traum, der von innen auf den Menschen einwirkt. Er beschwört die eigene, einzigartige, individuelle, unverwechselbare Wahrheit.
Individueller und gesellschaftlicher Mythos, die Spannung zwischen äußeren und inneren Traumbildern, verstricken einen Menschen in ein Gewebe von Sehnsüchten, Hoffnungen, Versprechungen, Zielen und Handlungen, in dem sich sein Leben und dessen Qualität entscheiden wird.
In diesem Buch geht es darum, dieses Gewebe zu durchschauen. Es geht um die Frage, wie ein Mensch Lebenssinn finden und woran er sich dabei orientieren kann. Es ist ein praktisches Buch, aus der Begleitung von Menschen entstanden, und es zeigt, dass ein jeder die gesuchte Orientierung in sich selbst finden kann – indem er die dem alltäglichen Bewusstsein verborgene Bedeutungen seiner Lebensträume entschlüsselt.