Halbes Haus weg

Dieser Beitrag wurde von einer Leserin, die anonym bleiben möchte, zugesendet. Nennen wir sie „Jutta“.

Ich war verheiratet mit einem viel jüngeren Mann (24 Jahre jünger). Nach meinem 65. Geburtstag – wir waren da schon 18 Jahre verheiratet – habe ich ihm aus Fairness die Hälfte des von mir gebauten und bezahlten Hauses überschrieben. Kurz darauf kam heraus, dass er seit Jahre Nebenbeziehungen führt und in Online-Foren nach einer neuen Partnerin suchte. Mir hat er all die Jahre nur betont, dass er mich liebt. Ich verließ ihn.

Meine Grosszügigkeit bezüglich des Hauses wurde mir bei der Aufteilung der Finanzen zum Verhängnis. Das Haus war für die gemeinsame Altersvorsorge gedacht.

Liebe will riskiert werden

Dass eine moderne Paarbeziehung nicht mehr anhand des schlichten Begriffes „Liebe“ zu erklären ist, hat sich noch nicht allzu sehr herumgesprochen.
Wer beschreiben will, wie Liebesbeziehungen heute funktionieren, muss alle drei Liebesformen, die darin vorkommen, einbeziehen. Das sind:
– Die partnerschaftliche Liebe,
– die freundschaftliche Liebe und
– die emotional-leidenschaftliche bzw. intime Liebe.

Diese Liebesformen und die wachsende Bedeutung der emotional-leidenschaftlichen Liebe werden im Buch „Liebe will riskiert werden“ detailliert erläutert. Dieser Titel wurde vom Verlag gewählt. Ich als Autor hätte den Titel „Der neue Zweck der Liebe“ bevorzugt, denn dieser Zweck wird darin beschrieben. Ebenso wie die Logiken und Verhaltensweisen, die zu der jeweiligen Liebesform gehören.

Interesse? Mehr Infos und portofreie Bestellung hier.

Vermögensaufbau / Altersvorsorge für Frauen

Ein Beitrag von Helma Sick.

Männer fangen in der Regel schon mit Anfang 20 an zu sparen – Frauen nicht. Nach meiner Erfahrung schieben sie Vermögensbildung oft auf bis Mitte/Ende Dreißig. Sie verlieren damit wertvolle Jahre für den Vermögensaufbau, Jahre in denen ihr Geld für sie „arbeiten“ kann. Außerdem ist es ja sinnvoll, mit der Vermögensbildung anzufangen, solange noch keine Familie zu versorgen ist und in dieser Zeit schon den Grundstein zu legen für späteren Wohlstand.

Für alle Frauen, die eine Familie gründen wollen, empfehle ich die Riester-Rente. Sie ist nach wie vor ein wichtiger Baustein für die Altersvorsorge. Für Frauen ist sie ideal, weil der finanzielle Beitrag sich den unterschiedlichen Erwerbszeiten anpasst. So muss eine Frau während der Elternzeit nur 5 Euro im Monat einzahlen und erhält trotzdem die staatlichen Zulagen. Und diese Zulagen können sich sehen lassen: Für jedes nach 1.1.2008 geborene Kind gibt es 300 Euro pro Jahr, für sie selbst 154 Euro Grundzulage. Eine Frau mit zwei Kindern erhält also jährlich 754 Euro vom Staat geschenkt – Geld das sie nicht selbst sparen muss.

Wer schon eine Riester-Rente hat oder keine will und auf hohe Sicherheit Wert legt, ist mit einer privaten Rentenversicherung gut bedient. Diese gibt es mittlerweile in verschiedenen interessanten Varianten. Wer selbständig ist und gut verdient. kann über eine Rürup-Rente für das Alter vorsorgen und gleichzeitig ziemlich viel Steuern sparen. Darüber hinaus sind Fonds in jeder Lebenssituation eine interessante Geldanlage. Sie bieten eine enorme Risikostreuung und sie sind flexibel – es kann einmalig oder monatlich eingezahlt werden. Nachzahlungen sind jederzeit möglich. Wer in diesen extremen Niedrigzinszeiten noch eine gute Rendite erzielen will, muss etwas mehr Risiko in Kauf nehmen: Wer jung ist und eine lange Anlagezeit einplanen kann, mit Aktienfonds. Wer weniger Risiko möchte oder nicht mehr so lange Zeit hat, mit Mischfonds, die nur zum Teil Aktien enthalten.

Die Vermögenssituation sollte alle paar Jahre überprüft werden, ob sie noch dem Einkommen und den Zielen und Wünschen entspricht.

Zur finanziellen Situation von Frauen

Ein Beitrag von Helma Sick.

Wir haben die bestausgebildetste Frauengeneration, die es je gab. Und viele Frauen stehen auch finanziell auf eigenen Füßen. Aber es gibt leider immer noch viel zu Viele, die ein paar Jahre berufstätig sind, heiraten, Kinder bekommen und dann für viele Jahre aus dem Erwerbsleben verschwinden. Um Jahre später als Minijobberin oder Teilzeitbeschäftigte wieder aufzutauchen.

Und das spiegelt sich dann natürlich in der Höhe der Altersrente nieder: 2014 lagen Männerrenten in den alten Bundesländern bei 1020€ (neue Bundesländer 1111€), Frauenrenten bei 618€ (neue Bundesländer 824€).

Frauen, die sich auf so ein Lebensmodell einlassen, gehen also ein existentielles Risiko ein für den Fall, dass ihre Ehe scheitert, und das ist immerhin in Großstädten bei jeder zweiten Ehe der Fall. Das Risiko ist deshalb existentiell, weil Frauen mit so einer Erwerbsbiographie häufig beruflich nicht mehr den Anschluss finden, wenn sie wieder einsteigen wollen. Und weil es – im Fall der Scheidung – seit 2008 ein neues Unterhaltsrecht gibt. Danach ist jeder Partner materiell für sich verantwortlich. Unterhalt gibt es nur noch, wenn Kinder bis zum Alter von drei Jahren zu versorgen sind.

Auf ganz dünnem Eis stehen Frauen in nicht ehelichen Beziehungen, wenn sie wegen der gemeinsamen Kinder längere Zeit aus dem Beruf aussteigen. Für sie gibt es keinerlei Absicherung, sollte die Beziehung scheitern.

Warum verhalten sich Frauen so? Es ist halt vordergründig bequem, sich keine Gedanken über Altersvorsorge etc. machen zu müssen. Und es ist auch bequem, sich in der Sicherheit zu wiegen, dass die eigene Ehe lebenslang hält. Dass es aber, wenn die Beziehung auseinander geht, höllisch unbequem werden kann, daran denken viele Frauen nicht. Aber nicht nur das: Der Mann kann beispielsweise seinen Arbeitsplatz verlieren, er kann schwer erkranken. Das ist alles leichter zu ertragen, wenn das Familieneinkommen auf zwei Schultern ruht.

Der Lebensplan junger Frauen muss deshalb anders aussehen: Elternzeit möglichst mit dem Partner teilen. Staatliche Hilfe in Anspruch nehmen (Elterngeld, Elterngeld Plus) und möglichst bald über Teilzeit wieder zum Vollzeitjob zurück finden.

Wer sich trotz der Risiken für ein traditionelles Ehemodell entscheidet, muss über einen Ehevertrag die Versorgung sicherstellen. Unverheiratete Frauen in Partnerschaften sollten dies unbedingt mit einem Partnerschaftsvertrag tun.

Gütertrennung: Gehört alles meinem Mann?

Hallo Frau Chemnitz,

ich habe eine allgemeine Frage zur Gütertrennung. Ich bin seit 29 Jahren mit meinem Mann verheiratet, wir haben 4 Kinder. Aufgrund damaliger persönlicher Umstände haben wir Gütertrennung vereinbart. Nun gehört offenbar alles meinem gut verdienenden Mann und mir nichts. Was stünde mir im Falle einer Trennung zu? Nichts, wie ich befürchte? Wie sieht es mit der Altersversorgung aus?

Danke für eine Antwort, Gerda K. aus München

Ein Mann ist keine Altersvorsorge

Ein Mann ist keine Altersvorsorge: Warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist
Ein Buch der Finanzberaterin Helma Sick und der ehemaligen Familienministerin Renate Schmidt.

Viele Frauen stehen heute finanziell auf eigenen Füßen. Aber es gibt immer noch Frauen, die sich auf einen Versorger verlassen und darauf vertrauen, dass die große Liebe schon hält. Die Realität sieht leider anders aus. Nach einer Trennung droht gerade Frauen, die ihren Beruf für die Familie aufgegeben haben, häufig eine schmerzhafte Altersarmut.

Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Kösel-Verlag
Preis: 16.99 €