Sie verdient mehr – wie sieht ein Ausgleich aus?

Carl schickt uns folgenden Beitrag mit der Bitte um Vorschläge:
Wie kann ein Mann auf der partnerschaftlichen Ebene eigentlich ein geringeres Einkommen ausgleichen? Die Situation:  Beide sind um die Fünfzig. Keine Kinder, keine weiteren Verpflichtungen. Sie verdient deutlich mehr als er. Er kommt zwar alleine zurecht, aber für eine etwas gehobene gemeinsame Zukunft müsste sie alle Extras bezahlen. Wie kann er das durch nicht ökonomisches Kapital ausgleichen?
Ich habe bisher nur etwas herablassende Kommentare gehört zum Künstler, der es sich bequem macht. Das ist auch nicht die Absicht. Sie zahlt, er putzt – ist etwas entwürdigend und wird in der Katastrophe enden, spätestens in dem Moment, wo beide Rentner sind. Er putzt, sie lehnt sich zurück: „Ich habe ja bezahlt“. –  Ich bin auf ernstgemeinte Vorschläge gespannt.

Interview im Spiegel Nr. 43

Liebe ist ein Tauschgeschäft?

Unter der Überschrift „Liebe ist ein Tauschgeschäft“ erschien im Spiegel ein längeres und wie ich finde gutes Interview zum Buch „LiebesGeld“. Einzig mit der Überschrift – der Spiegel liebt es etwas reisserisch – bin ich so nicht ganz zufrieden. Denn nur bei bedürfnisorientierten Tauschbeziehungen (z.B. Versorgung gegen Jugend) kann man die Liebe, genauer, die partnerschaftliche Liebe, als ein Tauschgeschäft betrachten. Die freundschaftliche und die emotional-leidenschaftliche Liebe haben mit Tausch nichts zu tun.

Michael Mary, Oktober 2016

Vom Ende her sehen

Ich habe mir nach der Sendung Nachtcafe das Buch „LiebesGeld“ gekauft und kann nur bedauern, dass ich es nicht schon vor 25 Jahren lesen konnte. Ich habe nach Witwenschaft einen Witwer, Geschäftsmann, 2 Söhne, geheiratet. Ich habe mein Haus vermietet, meine gute Stelle bei einer Internetfirma aufgegeben und meinem Mann assistiert. Einen von meinem Mann vorgesehenen Ehevertrag zu unterschreiben mit totaler Enterbung, Gütertrennung usw. habe ich abgelehnt. Daher kommt eine Zugewinngemeinschaft zum Tragen.

Nun ist mein Mann schwer krank und schenkt hohe Summen, 5 Wohnungen, sein Geschäft usw. an seine Söhne, ohne mich zu informieren. Einerseits liebe ich ihn noch immer, andererseits habe ich ein Problem. Das Thema anzusprechen, auch mit den Stiefsöhnen, eskaliert. Ein Rat durch Anwälte bringen nichts, denn ich trenne mich nicht. Hätte ich beherzigt, alles vom Ende her zu betrachten, wäre diese Situation nicht entstanden.

(Dieser Beitrag wurde uns von „Peppino“ zugesendet.)

 

Denkstoff

(Dieser Beitrag wurde mir per E-Mail zugeschickt).

Ihr Buch ist ein gelungenes Buch über ein sehr komplexes Thema, ich habe einiges an Denkstoff mitgenommen:

  • Vom Ende her denken ist total wichtig. Ich habe mich selbst mit dem dummen Spruch „Da kann es nicht weit her sein mit der Liebe“ unterbuttern lassen. Meine Ex hat wahrscheinlich nur den eigenen Vorteil im Blick gehabt.
  • Gut finde ich, Macht als soziale Beziehung zu beschreiben. Macht ist eben nicht Gewalt. Gewalt fängt an, wo sich Macht auflöst.
  • Ja, es ist vollkommen richtig, dass das Geldthema nur die Beziehungsart aufdeckt. Bei der letzten Beziehung war die Erwartung nach Entlastung bei der Finanzierung eines beabsichtigten Wohnungskaufes wohl ausschlaggebend.

Fazit: Es bleibt in Beziehungen zu viel unausgesprochen.
Matthias

Ihr Buch ist nicht das einzige

Sehr geehrter Herr Mary,
in der SWR Sendung Nachtcafé vom 30.09.2016 sagten Sie, dass es außer Ihrem Buch keinerlei einschlägige Literatur zu Partnerschaft und Geld geben würde. Dies ist nicht richtig. Es existiert sowohl im anglo-amerikanischen Raum als auch in Deutschland bereits erhebliche soziologische Forschung zu diesem Thema. Im Sonderforschungsbereich Nr. 536 an der LMU München gab es z.B. ein Projekt: „Gemeinsam leben – getrennt wirtschaften, Grenzen der Individualisierung in Paarbeziehungen“, in dem die Problematik von Geld und Liebe in Paarbeziehungen erforscht wurde. Neben zahlreichen einschlägigen Aufsätzen und Vorträgen ging aus dem Projekt eine mehrfach ausgezeichnete Dissertation hervor: Wimbauer, Christine (2003): Geld und Liebe. Zur symbolischen Bedeutung von Geld in Paarbeziehungen. Frankfurt a.M./New York: Campus Verlag.Im englischsprachigen Raum kann ich Ihnen die Lektüre von Jan Pahl empfehlen, die seit 1980 zum Thema Geld in der Ehe ihre Forschungsergebnisse veröffentlicht.

Freundliche Grüße, B.R.

Ehekrisen-Vereinbarung

Hallo Frau Chemnitz,
in der Talkshow „Die Liebe und das liebe Geld“ berichtet eine Teilnehmerin davon, mit ihrem Mann eine „Ehekrisen-Vereinbarung“ abgeschlossen zu haben. Mir ist der Begriff neu. Es handelt sich offenbar um einen Vertrag, der vor einer eventuellen Scheidung abgeschlossen wird. Können Sie etwas aus rechtlicher Sicht dazu sagen? Wann empfiehlt sich so eine Vereinbarung, was kann oder sollte sie beinhalten, was nicht, und ob man das vor einem Notar machen muss.

Danke im Voraus, Michael Mary

Präzise und anregend

Am Freitag abend habe ich Ihr neues Buch per Post bekommen und es bis gestern abend in einem Rutsch gelesen. Dazu muss ich Folgendes sagen:  Ich habe noch kein Buch in den Händen gehabt, dass so präzise in den Begrifflichkeiten die Problemmöglichkeiten aufzeigte. Dabei ist das Buch so angelegt, dass es keine Patentrezepte und keine abschließenden Lösungen darbietet, sondern dazu anregt, sich mit den jeweiligen Situationen zu beschäftigen und seine eigenen Erfahrungen kritisch zu hinterfragen. Dann wird klar, wie kompliziert gerade das Thema von Geben und Nehmen in Paarbeziehungen ist.  Gratuliere zu diesem gelungenen Buch, ich kann es nur jedem empfehlen.

Nachdem ich Ihr Buch „Liebe will riskiert sein“ gelesen hatte, war mir noch etwas unklar, weshalb so manche Unterscheidung sich mir nicht sofort erschlossen. Daher habe ich auch nochmals dieses Buch zur Hand genommen. Es kam mir fast so vor, als wäre das neue Buch eine  Erweiterung eines Kapitels, welches noch in das erste gehört.

Zu mir: Als gelernter und studierter Kaufmann, der seinen Lebensunterhalt nach einem Zweitstudium mit Unterricht in den Fächern Sozialpädagogik und Religion verdiente, habe ich viel im Bereich Liebe, Partnerschaft und Sexualität gearbeitet.  Hierbei war Unterricht das eine,  Gruppenarbeit und Projektarbeit ein wesentlicher anderer Teil.  Nebenher habe ich auch mehr als 40 Jahre als Coach für verschiedene Berufsgruppen gearbeitet. An die 70 Lehrer und etwas mehr als 25 Sozialarbeiter/Sozialpädagogen wurden betreut.

Karl

Nachtcafe im SWR zum LiebesGeld

„Die Liebe und das liebe Geld“ ist Thema der Talkshow ‚Nachtcafe‘ vom 30.9. Neben interessanten Gästen ist Michael Mary als Experte bei der Runde des Moderators Michael Steinbrecher eingeladen.

Die Gäste schildern den teils folgenreichen Umgang mit Geld in ihren Paarbeziehungen. Einige Beispiele zeigen klar den ’schrägen‘ Umgang mit Geld. Solch ein ’schräger‘ Umgang liegt vor, wenn beispielsweise mit Partnergeld ‚heiß‘ statt ‚kühl‘ umgegangen wird, wenn also ein Partner seinen Beitrag zum partnerschaftlichen Bereich der Beziehung schenkt, anstatt darüber ‚kühl‘ zu verhandeln und der andere das Geschenk annimmt, anstatt eine gleichartige Leistung zu erbringen.

Sie können sich die Sendung hier ansehen.