Geld oder Liebe – was macht wirklich glücklich?

Unter dem Titel „Geld oder Liebe – was macht wirklich glücklich“ habe ich das folgende Interview für die Zeitung Lea gegeben.

Weder das eine noch das andere macht glücklich. Geld kann Sorgen um seinen Verlust hervorbringen, und der Versuch, es zu mehren, kann das Leben zum Stress werden lassen. Liebe kann vergehen und alle Hoffnungen darin enttäuschen.
Das Problem liegt darin, zu glauben, dass der Gegenstand der Begierde automatisch eine bestimmte Lebensqualität mit sich bringt. Das ist falsch. Es kommt aber darauf an, wie man mit Geld oder Liebe umgeht.
Beides hat eine soziale Dimension. Es erfüllt, es zu teilen, andere daran teilhaben zu lassen im Rahmen der eigenen Möglichkeiten. Geld erfüllt den, der gibt (ohne sich aufzugeben), und Liebe erfüllt den, der liebt (ohne sich zu opfern). Zudem ist in der Frage: „Was macht wirklich glücklich?“ ein Absolutheitsanspruch enthalten, und zwar auf dauerhaftes Glück.
Wer das erwartet, der hofft, für immer vom Gegensatz zwischen Glück und Leid erlöst zu werden.
Beim Glück handelt es sich aber um ein Kontrastphänomen. Die Suche danach erhält ihren Sinn durch das Unglück. Gäbe es kein Unglück, hätte das Glück keinen Wert. Man würde sich langweilen.
Fazit: Es kommt nicht darauf an, was man hat oder besitzt, sondern wer man ist. Ein Liebender? Einer, der andere teilhaben lässt? Beides zeichnet sich durch besondere Verbundenheit aus.