Sie verdient mehr – wie sieht ein Ausgleich aus?

Carl schickt uns folgenden Beitrag mit der Bitte um Vorschläge:
Wie kann ein Mann auf der partnerschaftlichen Ebene eigentlich ein geringeres Einkommen ausgleichen? Die Situation:  Beide sind um die Fünfzig. Keine Kinder, keine weiteren Verpflichtungen. Sie verdient deutlich mehr als er. Er kommt zwar alleine zurecht, aber für eine etwas gehobene gemeinsame Zukunft müsste sie alle Extras bezahlen. Wie kann er das durch nicht ökonomisches Kapital ausgleichen?
Ich habe bisher nur etwas herablassende Kommentare gehört zum Künstler, der es sich bequem macht. Das ist auch nicht die Absicht. Sie zahlt, er putzt – ist etwas entwürdigend und wird in der Katastrophe enden, spätestens in dem Moment, wo beide Rentner sind. Er putzt, sie lehnt sich zurück: „Ich habe ja bezahlt“. –  Ich bin auf ernstgemeinte Vorschläge gespannt.

Autor: michaelmary

Ich bin Autor, Paar-, Single- und Individualberater und habe mehr als 36 Bücher geschrieben. Für den NDR und SWR habe ich TV-Paarberatungen durchgeführt. Ich biete Beratungen auf Grundlage der von mir entwickelten „Erlebten Beratung“ an.

2 Gedanken zu „Sie verdient mehr – wie sieht ein Ausgleich aus?“

  1. Zuerst: Eine gemeinsame Zukunft muss nicht unbedingt eine „gehobene“ sein. Es können auch Partner mit unterschiedlichen finanziellen Ressourcen ein Arrangement finden. Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es daher nicht. Den für sie passenden Umgang müssen die Partner herausfinden.
    Dann: Auf der partnerschaftlichen Ebene ist Geld ja bereits persönlich, das heißt, dass die Bedeutung der Beiträge (ökonomische gegen nichtökonomische) verglichen werden soll. Die Frau muss sagen, was sie für einen Ausgleich für ihre Geldleistung erwartet, und dann erst kann der Mann sich dazu äußern. Sie wird wahrscheinlich nicht mit dem Putz-Vorschlag kommen. Natürlich kann er auch Vorschläge machen, und die Frau kann die annehmen oder ablehnen. Heraus kommt dann, wie „stark“ die partnerschaftliche Verbindung ist, oder ggf. wie „schwach“.
    Wenn die Beziehung über das Geld bestimmt, dann geht man bei einer schwachen partnerschaftlichen Bindung am besten nicht zuviele Verpflichtungen ein, vor allem wenn man finanziell schwächer ist, sonst gerät man in Abhängigkeit. Wenn die partnerschaftliche Bindung stark ist, fällt den beiden was ein.
    Beste Grüße von Michael Mary

  2. Hallo liebe Forumleser & Beitragsschreiber,

    ich habe den obigen Beitrag gelesen. Die Punkte mit „stark und schwach“ finde ich interessant – habe ich bisher gar nicht darüber nachgedacht. Habe allerdings ähnliches Problem -oder „geschönt“- „Herausforderung“.. da mein Partner mir vorwirft „er zahlt ja“.. Ich glaube, es hängt sehr davon ab, welchen Stellenwert „Geld“ hat (manche identifizieren sich ja nur darüber wie Status etc. .. Liebe ist was ANDERES ..) Hm, wie die Lösung dafür aussieht *grübelgrübel* Ich glaube, es ist keine schlechte Lösung, dem einen etwas unter die Arme zu greifen (solange man sich selbst nicht dabei vergisst/aufgibt!), da es sehr schnell gehen kann, dass man auch mal in eine ähnliche Situation (wie der andere Part )kommen kann – bei der man selbst auf Hilfe angewiesen ist.
    Ich habe jetzt noch keine adäquate Lösung – bin offen für Anregungen für Vorschläge. 😀

    Grüße an da draußen & alles Gute

    Hacklschorschi

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