Schluss. Aus. Ende.

(Ein bewusst ironischer Text)
Während sich alle Welt damit befasst, wie man Partnerschaften lebenslang erhalten könne, möchte ich mich heute Hilfe spendend jener Gruppe verzweifelter Partner zuwenden, die bisher vergebens nach Wegen suchen, ihre aus welchen Gründen auch immer lästig gewordene Beziehung vorzeitig zu beenden. Wie wird man den Partner los, ohne sich für das Ende der Beziehung schuldig fühlen zu müssen? Indem man ihn zum Schuldigen einer ausweglosen Entwicklung macht. Hierzu gibt es todsichere Rezepte, wie die folgenden wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse und praktisch erprobten Ratschläge zeigen.

Meiden Sie Abstand
Zu Recht wird behauptet, Merkmal einer lebendigen Beziehung sei ein stetiger Wechsel von Nähe und Abstand der Partner zueinander. Für unsere Zielsetzung können Sie hieraus den Rat entnehmen, gerade das Gegenteil zu tun: Lassen Sie den Partner unter keinen Umständen und für keinen Augenblick aus den Augen. Denn wenn Sie dem Partner Freiraum gewähren, wird er irgendwann anfangen, Sie zu vermissen. Womöglich sehnt er sich sogar und entwirft tragischer Weise verlockende Vorstellungen von den nächsten Begegnungen mit Ihnen. Im schlimmsten Fall entwickelt er sogar neue Gefühle der Verliebtheit. Derartige Missverständnisse sollten keinesfalls entstehen, denn das Risiko, durch Abstand positive Erwartung zu erzeugen, ist einfach zu groß. Deshalb meiden Sie konsequent jeden Abstand und kämpfen Sie krampfhaft um Nähe. Hängen Sie dem Partner tagein, tagaus auf der Pelle. Machen Sie keinen Schritt ohne ihn. Entwickeln Sie exakt die gleichen Interessen. Mischen Sie sich in seine Hobbys ein. Klammern Sie. Darüber hinaus sollten Sie ständig beteuern „Du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben“. Hervorragend eignen sich auch Drohungen wie „Ich bin so froh dich zu haben“ oder „Du bist alles was ich brauche“ und „Ich werde dich nie wieder loslassen“, sowie die ultimative Erstickung durch ein beängstigendes „Ohne dich kann ich nicht leben“. Achten Sie auf die Gesichtszüge des Partners oder der Partnerin. Wenn sein Lächeln gefriert und sein Atem stockt, sind Sie auf der richtigen Spur. Weiter so, wiederholen Sie diese Aussagen täglich.

Meiden Sie Kommunikation
Kommunikation, vor allem in ihrer sprachlichen Form, verfolgt verschiedene, Ihrer Trennungsabsicht zumeist widersprechende Ziele. Beispielsweise könnten auf dem Weg allzu eifriger Mitteilung Missverständnisse ausgeräumt und Konflikte gelöst werden. Darüber hin- aus kann es versehentlich zu verbalen Sympathie-, oder in Extremfall sogar zu Liebesbezeugungen kommen. Diese gilt es zu vermeiden. Frauen können dazu eine manchmal noch rudimentär vorhandene Gesprächsbereitschaft ihres Mannes im Keim ersticken, indem sie folgende Regeln beachten: Reden Sie ihm ein, besser als er zu wissen, was seine Stimmungen bedeuten und schreiben Sie ihm vor, was er zu fühlen und zu tun hat. Etwa mit den Worten „Wenn du gern mit mir zusammen wärst, würdest du es mir öfter sagen“, „Wenn ich dir gefallen würde, könntest du anderen Frauen nicht nachschauen“ oder „Versprich mir, dass du mich nie verlassen wirst“. Männern sei empfohlen, die Beziehung gleich ganz tot zu schweigen. Lassen Sie die Partnerin gegen eine Mauer des Schweigens prallen. Verweigern Sie jede Auskunft über ihre Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte. Reagieren Sie genervt auf jedes Interesse an Ihrem Zustand und daran, was Sie heute erlebt haben. Seien Sie misstrauisch und standhaft. Merken Sie sich vor allem die Worte „Nichts“ und „Wie immer“.

Machen Sie den Partner wahnsinnig
Eine effektive Methode der Beziehungsdestruktion hat in der Hand, wer um die geschlechtsspezifische Wahrnehmung von Mann und Frau weiß. Nichts ist für Männer schlimmer, als sich beengt und in die Ecke getrieben zu fühlen, und Frauen leiden besonders heftig unter dem Gefühl, orientierungslos in der Luft zu hängen. Von Männern verlangt dies, einen Widerspruch zwischen ihren Worten und Handlungen zu erzeugen. Schalten Sie den Fernseher ein und konzentrieren Sie sich ganz auf den Film. Antworten Sie dann auf die mit Sicherheit in den nächsten Wochen auftauchende Frage „Liebst du mich eigentlich noch“ mit den beiläufig geäußerten Worten „Aber Liebling, das weißt du doch“. Schauen Sie anschließend an Ihrer Frau vorbei, wenn diese Ihnen einen Kuss gibt. Schenken Sie ihr einen Strauss verwelkte Blumen mit dem Hinweis, diese wären im Sonderangebot gewesen. Laden Sie Ihre Frau ins Theater, zum Essen und in den Urlaub ein und vergessen Sie, die Tickets zu besorgen und den Tisch zu reservieren. Und dann: Leugnen Sie beharrlich, dass Ihr Verhalten etwas zu bedeuten hat. Dieses Verhalten kann nun ihrerseits die Frau aufgreifen, um der Beziehung den Rest zu geben. Führen Sie Buch über derartige Verfehlungen Ihres Mannes. Machen Sie lückenlose Beweisketten auf, wann er welches Versprechen nicht erfüllt hat. Führen Sie Männer aus der Bekanntschaft als leuchtende Beispiele für frauen- gerechtes Verhalten an. Fragen Sie Ihren Mann schonungslos aus, bis er etwas zugibt. Dann halten Sie ihm genau das vor.

Erringen Sie die Macht
Zu fatalen Ergebnissen in Bezug auf die Absicht, den Partner loszuwerden, führt der leichtfertige Rat, Respekt und Achtung gegenüber den Eigenarten des Partners zu zeigen. Womöglich würde er sich in der Beziehung aufgehoben fühlen. Um dem vorzubeugen empfehle ich einer Frau, den Partner stillschweigend in ihre Planungen einzubeziehen und so zu vereinnahmen. Die fröhlich verkündete Nachricht „Ich habe unseren Urlaub schon gebucht“ oder der nachträglich freudig mit- geteilte Entschluss „Hab ich dir eigentlich schon gesagt, das ich vor zwei Monaten die Pille abgesetzt habe“ wirken wahre Wunder. Auf Protest reagieren Sie am besten mit einem Gefühlscocktail aus Wut, Trauer und Tränen. Leiden Sie demonstrativ und bekräftigen Sie ihre Ansprüche mit den Worten „Aber du hast doch gesagt, du liebst mich!“ Männer sollten im Gegensatz zu Frauen jede Offensive meiden. Ihre Strategie der Macht sollte die eines Guerillakämpfers sein. Statt die Partnerin einzuplanen sollten Sie alles Mögliche abseits der Beziehung tun, und das heimlich. Treffen Sie sich mit der Ex und geben Sie vor, Überstunden zu machen. Versprechen Sie, etwas „morgen“ zu tun, aber beachten Sie stillschweigend die wahre Bedeutung des spanischen Wortes ‚manjana‘ (heute nicht!). Lernen Sie die Sätze „Das wollte ich nicht“ und „Das habe ich vergessen“ auswendig. Üben Sie bei der Aussage „Es tut mir leid“ ein angedeutetes Grinsen ein. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Frau sich die Zähne an Ihnen ausbeißt.

Ersticken Sie das Begehren
Was wäre ein erfolgreiches Rezept zur Zerstörung der Partnerschaft, das den Bereich des Sexuellen ausspart? Womöglich würde im Bett manche Versöhnung hergestellt und mach unerwünschter Friede gefeiert. Das muss nicht sein. Wenn Sie den Ratschlag ‚Abstand meiden‘ konsequent befolgen, werden Sie schon nach kurzer Zeit Erfolge auch auf sexuellem Gebiet verbuchen. Die Lust lässt nach, die Gier schwindet, und wenn sie auch körperlich ständig präsent sind, wird die sexuelle Beziehung bald ganz erstorben sein. Diese Entwicklung wiederum versorgt Sie mit hervorragenden Argumenten im Machtkampf. Frauen sei folgendes empfohlen: Bremsen Sie seine Gier mit dem Vorwurf, er sei sexsüchtig. Verlängern Sie das Vorspiel bis ins Unerträgliche. Sie wollen stundenlang gestreichelt werden, schließlich will ihre Lust meisterhaft geweckt sein. Kuscheln Sie ihren Mann im wörtlichen Sinne nieder. Werfen Sie ihm dann vor, sie nicht richtig zu begehren. Fordern Sie erotische Liebesbeweise ein. Einmal täglich ist das Mindeste. Zeigen Sie gedrückte Stimmung, Niedergeschlagenheit. Beklagen Sie die zwangsläufig einsetzende Zurückhaltung ihres Mannes. Werfen Sie ihm vor, sie nicht ‚als Frau‘ zu lieben. Fordern Sie, er solle sich anstrengen. Hilfreiche Formulierungen lauten ‚Du schwitzt ja nicht mal‘ oder ‚Prima, das Ganze noch mal bitte‘. Hilfreich ist auch das Geständnis, seit 12 Jahre Orgasmen vorgetäuscht zu haben. Dem Mann sein geraten: Seien Sie schnell. Überspringen Sie jedes Vorspiel. Lassen Sie gar nicht erst den Eindruck entstehen, als wären Sie an erotischer Begegnung und sinnlicher Verschmelzung interessiert. Denken Sie immer daran, es geht im Ihre Befriedigung, und die kann nicht ewig warten. Werfen Sie Ihrer Frau, die solches nur schwer hinnehmen kann vor, beinah frigide zu sein. Drohen Sie damit, sich eine andere zu nehmen. Erzählen Sie ihr, mit der Ex wäre alles viel besser ge- wesen.

Erfolg garantiert
Ich bin mir der Begrenzungen meiner Ratschläge durchaus bewusst. Manchmal unterschätzt man die Leidensfähigkeit des Partners und die Stabilität einer Partnerschaft, und dann kann es Jahre dauern, bis die Beziehung am Boden liegt. Wer jedoch nicht aufgibt und ganz bewusst sein Ziel ansteuert, der wird schließlich die Früchte seiner Beziehungsarbeit ernten.

In der Liebe schlägt der Mensch noch den Computer

Die folgende Pressemeldung wurde hat das Institut für Marktforschung herausgegeben:

Hamburg, 14. Februar 2017Immer mehr Menschen melden sich auf Dating-Portalen im Internet an. Dabei wird deutlich häufiger nach der großen Liebe gesucht als nach Bekanntschaften und Affären. Eine Studie hat jetzt ermittelt, wie groß die Chancen bei einer Partnersuche im Internet tatsächlich sind.

Das Institut myMarktforschung.de hat im Rahmen einer repräsentativen Umfrage im Januar 2017 1.039 Deutsche zwischen 18 und 70 Jahren online zum Thema Liebe befragt und wie sie zu der Nutzung von Dating-Portalen stehen. Untersucht wurde unter anderem, welche Dating-Portale genutzt werden, aus welchen Gründen die Nutzer sich dort angemeldet haben und wie viele Dates und Beziehungen dabei entstanden.

In der Studie wurden zwölf Dating-Portale im Detail untersucht, die laut eigenen Angaben Nutzerzahlen im höheren Millionenbereich haben. Die bekanntesten Portale sind ElitePartner, das 74 Prozent der Bevölkerung kennen, Parship, das 73 Prozent ein Begriff ist sowie eDarling, das auf eine Markenbekanntheit von 69 Prozent kommt. Geht es um das Nutzungsverhalten, so bilden allerdings Lovoo, Tinder und Parship die Top 3. Mehr als die Hälfte der User sucht dabei tatsächlich einen Partner, gut ein Viertel sucht Freunde und Bekanntschaften und fast jeder Fünfte möchte eine längerfristige Affäre finden.

Insgesamt waren 37 Prozent der Bundesbürger schon bei einem oder mehreren Online Dating-Portalen angemeldet. Nicht alle waren dabei erfolgreich, denn nur 11 Prozent der Deutschen sind oder waren mit jemandem zusammen, den sie online kennengelernt haben.

Das liegt vor allem daran, dass die Plattformen in der Regel eher wenige Dates vermitteln. 38 Prozent der Nutzer hatten gar kein Date über ihr Portal, weitere 30 Prozent nur eines oder zwei. Die Wahrscheinlichkeit, jemanden für eine Beziehung zu finden, steigt allerdings erst über 50 Prozent, wenn man mindestens drei verschiedene Personen gedatet hat. So halten die meisten bei der Partnersuche doch lieber im Alltag die Augen offen.

Die Chance, den eigenen Partner auf klassischem Wege kennenzulernen, ist deshalb immer noch höher als die Wahrscheinlichkeit, online die Liebe des Lebens zu treffen. Personen, die sich von Dating-Portalen abmelden, tun dies nur zu 24 Prozent, weil sie dort jemanden kennengelernt haben und mit ihm eine Beziehung eingegangen sind. Demgegenüber löschen 29 Prozent ihren Account, weil sie offline einen Partner gefunden haben.

Auch im Jahr 2017 ist Romantik aktuell. Trotz aller Widrigkeiten glauben noch 71 Prozent der Deutschen an die „große Liebe“. Das wird jedoch stark durch den eigenen Beziehungsstatus beeinflusst. Während 79 Prozent der Personen in einer Beziehung an den Partner fürs Leben glauben, sind es bei den Singles gerade einmal 52 Prozent. Bei der großen Liebe gehört also online wie offline eine gehörige Portion Glück dazu.

Was ist Liebe?

Ein Beitrag von Michael Mary.

Was ist Liebe? Genauer gefragt: Was ist Paarliebe? Wer glaubt, er könne mit dem einfachen Begriff ‚Liebe‘ die Bindungsformen, die einer Paarbeziehung zugrunde liegen beschreiben, irrt gewaltig. Liebe ist mittlerweile ein komplexes Phänomen, für dessen Beschreibung drei Begriffe nötig sind:

– die partnerschaftliche Bindung
– die freundschaftliche Bindung, und die
– emotional/leidenschaftliche Bindung.

In einer heutigen Paarbeziehung kommen meist alle drei Bindungsformen – mehr oder weniger ausgeprägt – vor. Jede Bindung verfolgt einen anderen ‚Zweck‘ und unterliegt einer anderen Logik, verlangt also ein unteschiedliches Verhalten von den Partnern. Und jede Bindungsform hat ihren eigenen Bezug zum Geld.

Eine detaillierte Darstellung der drei Bindungsformen findet sich in dem Buch „Liebe will riskiert werden“.