Geld ist in Paarbeziehungen ambivalent

Ein Beitrag von Michael Mary.

Geld kann in Paarbeziehungen auf unterschiedliche Weise zum Einsatz kommen und unterschiedliche Wirkungen erzeugen. Wenn es in ‘gerader’ Weise angewendet wird, also entsprechend der Logik des jeweiligen Liebesbereiches, dann bestimmt die Beziehung über den Umgang damit. Die Beziehung hat dann gewissermaßen die Hosen an, sie regiert über das Geld mit der Folge, dass die Bindung der Partner gestärkt wird. Kommt Geld hingegen auf ‘schräge’ Weise, entgegen der Logik eines Liebesbereiches, zum Einsatz, kühlt es die Beziehung quasi automatisch auf eine kältere Ebene ab und schwächt die Bindung der Partner.

– Wenn es sich angeblich um Liebesgeld handelt, aber dafür eine Teilhabe erwartet wird, schadet der Vorgang der emotional/leidenschaftlichen Verbindung, die Beziehungstemparatur sinkt von heiß auf warm.

– Wenn es sich angeblich um Freundesgeld handelt, dafür aber eine Leistung gefordert wird, schadet der Vorgang der freundschaftlichen Bindung und die Beziehungstemperatur sinkt von warm auf kühl.

– Wenn es sich angeblich um Partnergeld handelt, damit aber Geschäfte gemacht werden, schadet der Vorgang der partnerschaftlichen Verbundenheit und die Beziehungstemperatur sinkt von kühl auf kalt.

Geld entfaltet in Paarbeziehungen eine ambivalente Wirkung, je nachdem, wie damit umgegangen wird. Es kann die Liebe der Partner fördern oder stören, es kann verbindend oder trennend wirken. Es kann in die eine oder andere Richtung wirken, je nachdem, wie die Partner damit umgehen.

Autor: michaelmary

Ich bin Autor, Paar-, Single- und Individualberater und habe mehr als 36 Bücher geschrieben. Für den NDR und SWR habe ich TV-Paarberatungen durchgeführt. Ich biete Beratungen auf Grundlage der von mir entwickelten "Erlebten Beratung" an.

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