Wie Lebensträume wahr werden

Sie finden hier Vorwort und Einleitung zum Buch
Lebe deine Träume.

Was soll man im Leben anstreben, was lohnt den Aufwand nicht? Welches sind die Ziele hinter den Zielen? Welches die gesuchten Lebenszustände, die man sich vom Erreichen eines Lebenszieles verspricht. Der gesellschaftliche Mythos verspricht Glück, doch man kann in ihm verloren gehen. Den Weg zur eigenen Erfüllung weist der individuelle Mythos, jene Instanz, die Lebensträume erschafft. Die richtige Antwort liegt in den Lebensträumen verborgen. Lebensträume sind innere Wegweiser, die weniger mit der Zukunft als mit der Veränderung der Gegenwart zu tun haben. Wer sich mit ihnen befasst findet heraus, wo es für ihn hingeht und wer er – in dieser Phase des Lebens – sein will.

Vorwort
Was ist der Sinn des Lebens? Diese interessante philosophische Frage ist jedenfalls nicht Gegenstand der Erörterungen dieses Buches.
Was ist der Sinn meines Lebens? Wie kann ich ihn erkennen? Und wie kann ich ihn erfüllen? Darum geht es hier.
Die richtigen Antworten auf solche zentralen Anliegen sind allerdings weder in irgendwelchen Ratgebern noch von weisen Leuten oder solchen, die sich dafür ausgeben, zu bekommen. Die Antwort auf den Sinn des Lebens kann ein Mensch nur an einem einzigen Ort finden: bei sich selbst – in seinen Lebensträumen.
Doch ganz so einfach ist die Angelegenheit nicht. Lebensträume weisen nicht direkt, sondern indirekt auf den Lebenssinn hin. Ihre Botschaften wollen sozusagen entschlüsselt werden. Sonst läuft man Gefahr, irgendetwas zu tun.
Das ist ein armer Tropf, der zwar weiß, was er tut, aber nicht weiß, wozu er es tut. Vor solcher Torheit ist gefeit wer begreift, wovon er eigentlich genau träumt, wenn er von einem ganz bestimmten Leben träumt. Was die Ziele hinter den Zielen sind.
Sollten Sie über die Lektüre dieses Buches hinaus daran interessiert sein, sich mit dem Thema Lebensträume/Lebensgestaltung in Form eines Arbeitsbuches zu befassen, möchte ich Sie auf meine Anleitung zum Erfolg hinweisen.

Einleitung
Jeder einzelne Mensch ist – in unserem Kulturkreises – permanent damit beschäftigt, etwas zu erreichen.
Die Menschen entwickeln Absichten, schmieden Pläne, verfolgen Ziele, entwerfen große und phantastische Vorstellungen davon, worauf es im Leben ankommt und was sie werden oder haben wollen. Anschließend gebrauchen sie ihre ganze Kraft bei dem Versuch, diese Zukunft zu verwirklichen.
Es ist die Sehnsucht nach einem glücklichen und erfüllten Leben, die, bewusst oder unbewusst, die Menschen vorwärtstreibt. Doch wie kann man solch ein gewaltiges Ziel erreichen? Wie kann man ein Optimum an Glück, Zufriedenheit und Lebensqualität erleben?
Was soll man tun, und was soll man lassen, auf welche Dinge zugehen, welchen ausweichen? Wie sich entscheiden bei dem Versuch, die Richtung zu finden und das Richtige zu tun? Denn was jemand anstrebt und wozu er sich entscheidet alle Ziele können Glück oder Unglück bedeuten und mögen Erfülltsein oder Entleertsein mit sich bringen.
Das Leben bietet scheinbar eine Fülle an Möglichkeiten. Man kann reich oder berühmt werden, zum Mond fliegen oder den Nobelpreis gewinnen, ein Auto besitzen oder sogar Dutzende, in Familien leben oder im Kloster, Staatspräsident werden, Forscher oder Bauer, auf eine einsame Insel auswandern oder in Städten wohnen und … und … und … tausend Anderes mehr.
Man kann die tollsten Lebensträume verwirklichen. Doch was wird am Ziel warten? Wird man tatsächlich glücklicher sein? Werden sich die Jahre oder manchmal sogar Jahrzehnte teils immenser Anstrengung auszahlen? Oder wird man enttäuscht sein von Träumen, die viel versprachen und dann doch wenig hielten?
Was wird jemand am Ende seines Lebens sagen? »Es war großartig« oder »Es war ein großes Missverständnis?«
Das hängt ganz und allein davon ab, woran er sich Zeit seines Lebens orientiert: am individuellen Mythos oder am gesellschaftlichen Mythos. Dies sind zwei wichtige Begriffe dieses Buches, die Erläuterung verdienen.
Der gesellschaftliche Mythos
Der gesellschaftliche Mythos beschreibt eine Welt sichtbarer, anfassbarer und beschreibbarer Gegenstände und Symbole. Er bezieht sich auf alles, was man haben und besitzen kann. Sein Versprechen an den Menschen lautet: »Um ein sinnvolles, glückliches Leben zu führen, musst du etwas … haben.«
Die Vorstellung des Haben beinhaltet eine Verheißung aufgrund eines Traumes, den viele Menschen gemeinsam träumen. Dieser gesellschaftliche Mythos ist ein mächtiger Traum, der von außen auf den Mensch einwirkt. Er wird von den Anderen beschworen und wirkt schon allein durch die Maße seiner Beschwörer. Wenn alle das wollen … dann muss es toll und erstrebenswert sein. Glaubt man.
Der individuelle Mythos
Der individuelle Mythos hingegen bezeichnet die Welt unsichtbarer und nur sehr schwer zu beschreibender innerer Bedingungen des Menschen. Seine Hoffnung lautet: »Um ein sinnvolles und erfülltes Leben zu führen, muss ich etwas … sein.«
Die Vorstellung des Sein beinhaltet Sehnsüchte, Verlangen, Begierden des einzelnen Menschen, sie meint seine Suche nach einer ganz bestimmten Lebensqualität, nach einem Seinszustand. Der individuelle Mythos ist ein mächtiger Traum, der von innen auf den Menschen einwirkt. Er beschwört die eigene, einzigartige, individuelle, unverwechselbare Wahrheit.
Individueller und gesellschaftlicher Mythos, die Spannung zwischen äußeren und inneren Traumbildern, verstricken einen Menschen in ein Gewebe von Sehnsüchten, Hoffnungen, Versprechungen, Zielen und Handlungen, in dem sich sein Leben und dessen Qualität entscheiden wird.
In diesem Buch geht es darum, dieses Gewebe zu durchschauen. Es geht um die Frage, wie ein Mensch Lebenssinn finden und woran er sich dabei orientieren kann. Es ist ein praktisches Buch, aus der Begleitung von Menschen entstanden, und es zeigt, dass ein jeder die gesuchte Orientierung in sich selbst finden kann – indem er die dem alltäglichen Bewusstsein verborgene Bedeutungen seiner Lebensträume entschlüsselt.

Wer etwas ändern will, braucht ein Problem!

Hier finden Sie drei kleine Auszüge aus dem Buch
Wer etwas ändern will, braucht ein Problem.

Das Leben als spannende Geschichte
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen mit Freunden zusammen, die Sie lange nicht gesehen haben und erzählen sich die Ereignisse der letzten Jahre. Ein Freund erzählt von seinem glatt verlaufenen Leben, und nach 5 Minuten fangen alle zu gähnen an. Ein anderer jedoch zieht die Zuschauer in den Bann einer packenden Geschichte, indem er von seinen Zielen, den unvermittelt auftauchenden Schwierigkeiten, den herben Fehlschlägen und der komplizierten Bewältigung dieser Situationen erzählt.
Das ist es, was das Leben spannend und lebenswert macht: dass der Erfolg sich darin allein über die Bewältigung des Scheiterns ergibt. Es klingt paradox, aber das Scheitern ist Vorraussetzung jeder Entwicklung und Veränderung.
Deshalb gilt: wer etwas ändern will, braucht ein Problem.
Diese These wird im Buch ausführlich dargelegt und auf die drei wesentlichen Lebensbereiche angewendet: den individuellen, den partnerschaftlichen und den gesellschaftlichen Bereich.

Das Buch fordert übrigens nicht, wie in einigen Rezensionen behauptet, dazu auf, die „Krise als Chance“ zu sehen. Das ist viel zu wenig. Das bedeutet doch nur „Wenn du schon Mist gebaut hast, dann mach wenigstens das Beste draus“. Im Scheitern die Voraussetzung für Weiterentwicklung zu sehen hat viel weitreichendere Konsequenzen. Es bedeutet, dass buchstäblich niemand von Problemen und Krisen verschont bleibt. Es bedeutet, dass jeder die „Chance des Bewältigen-Müssens“ erhält. Und darüber hinaus, dass diese Notwendigkeit kein Zwang oder Übel darstellt, sondern das Leben erst lebendig und lebenwert macht.

Vorwort
Dieses Buch will das große Thema Veränderung begreifbar zu machen, und zwar in drei der wichtigsten Lebensbereichen: dem individuellen, dem partnerschaftlichen und dem gesellschaftlichen Bereich.
Veränderungsphasen sind untrennbar mit Problemen und Krisen verbunden. Mittlerweile wird das Wort von der „Krise als Chance“ allgemein akzeptiert. Das ist gut so, aber es reicht bei weitem nicht aus, um die herrschenden Vorurteile gegenüber den damit verbundenen Schwierigkeiten aufzuheben. Denn im Grunde bedeutet die „Krise als Chance“ lediglich: „Wenn Sie Ihre Krise schon nicht verhindern konnten, dann machen Sie wenigstens das Beste daraus – und passen Sie das nächste Mal besser auf.“
Ich werde in meiner Einschätzung der Bedeutung von Problemen und Krisen wesentlich weiter gehen. Ich werde die Krise nicht bloß als unvermeidbares Übel darstellen, sondern als notwendige Voraussetzung jeder Veränderung, werde also den Segen der Krise beschreiben.
Überspitzt formuliert lauten zentrale Thesen dieses Buches:
– Wollen Sie etwas verändern? Dann brauchen Sie ein Problem!
– Wollen Sie etwas Grundlegendes verändern? Dann brauchen Sie eine Krise!
– Wollen Sie in Leben vorankommen? Dann sind Sie auf das Scheitern angewiesen!
Auch der Begriff des Scheiterns erfreut sich nicht der großen Wertschätzung, die ihm zusteht, im Gegenteil: Das Scheitern wird als vermeidbares Versagen und nicht als unabdingbare Bedingung des Erfolges angesehen.
Dabei bringt gerade das Scheitern den Erfolg!
Das Scheitern ist erforderlich, weil erst im Versuch seiner Bewältigung jene Entwicklung einsetzt, die wir schließlich als gelungene und erfolgreiche Veränderung bezeichnen.
Ich hoffe, dass es mir gelingt, diese möglicherweise paradox wirkenden Aussagen nachvollziehbar darzustellen und ich bin zuversichtlich, dass die LeserInnen dieses Buches nach dessen Lektüre den Problemen und Krisen und dem Scheitern in ihrem Leben die Anerkennung zukommen lassen, die diese Lehrmeister verdienen.

Der Mann ohne Krisen
Ein Mann, der sein Leben scheinbar im Griff hat, landet (Gott sei Dank) dennoch in einer Lebenskrise.
Vor mit sitzt ein 55-jähriger Mann, der den Ablauf seines bisherigen Lebens bis ins Detail zu schildern vermag.
Bisher sei alles ganz nach Plan verlaufen, er könne auf ein reibungsloses Leben zurück blicken. Phase Eins seines Erwachsenendaseins habe er der beruflichen Entwicklung gewidmet. Dabei sei er so gut vorangekommen, dass er sich mittlerweile zur Ruhe setzen könne. Phase Zwei war dem Aufbau einer Familie gewidmet, was ebenfalls erwartungsgemäß verlaufen sei. Inzwischen machten sich die erwachsenen Kinder daran, das Haus zu verlassen und er bereite sich auf Phase Drei vor. Diese bestünde in der Planung seiner Restlebenszeit.
Der Begriff „Restlebenszeit“ und vor allem die Betonung, in der er dieses Wort ausspricht, erinnern mich an einen Verwaltungsvorgang. Was er von seinem „Restleben“ denn erwarte, wollte ich erfahren? Seine Antwort lautet zusammengefasst: Alles scheine perfekt zu sein, aber auch leblos. Ein Tag sähe wie der andere aus. Die kommenden Ereignisse seien vorhersehbar. Nichts würde ihn überraschen, nichts wirklich freuen. Der Alltag quäle ihn, und das lasse ihm keine Ruhe.
„Dann lassen Sie uns jetzt ausreichend Überraschendes und Lebendiges und Freudiges für Ihre Restlebenszeit planen“ schlage ich ihm vor und will wissen, was er beispielsweise am 17. September 20xx spontan erleben wolle.
Der Mann sieht mich etwas verdutzt an, dann huscht ein Lächeln über sein Gesicht, das von einer Phase stiller Traurigkeit abgelöst wird, gefolgt von einem längeren Schweigen, das einige Erklärungen hervorbringt.
Er müsse zugeben, sagt der Mann, er wisse nicht weiter. Diese eigenartige Leere, die er jetzt in diesem Augenblick und seit geraumer Zeit verstärkt wahrnehme, habe er stets zu vermeiden gesucht. Seine Lebensplanung habe darauf beruht, vorher zu wissen, wie es weitergehen soll. Mit Ungewissheit könne er nicht umgehen. In den letzten Jahren verfolge ihn daher der Gedanke, sein Leben sei gescheitert. Er frage sich sogar, ob er jemals richtig gelebt habe. Dann fügt er entschlossen hinzu, so ginge es auf jeden Fall nicht weiter. Auf meine Frage, ob er sich in einer Krise befinde, in einer Sinnkrise, antwortet er zögerlich. Ja, so könne man das nennen – wenn man unbedingt wolle.
Nun ist der Mann, der ein reibungsloses Leben plante, in seinem 56. Lebensjahr in eine Krise geraten. Er spricht sogar davon, sein Leben wäre gescheitert. Statt als lebendig und anregend empfindet er sein Leben als leblos und freudlos. Er weiß nicht weiter und ist mit seinem Latein am Ende, was er als Krise erlebt.
Was nun? Soll man den Mann dafür bedauern, in eine Krise geraten zu sein? Keinesfalls, ganz im Gegenteil: man sollte ihn dazu beglückwünschen! Gott sei Dank ist er an diesem Punkt mit seinen Plänen und Planungen gescheitert. Sonst wäre er mit seiner „Restlebenszeit“ in gewohnter Manier verfahren und hätte die gesuchte Lebendigkeit gekonnt und perfekt verplant!
Jetzt erst, auf dem Hintergrund der Erkenntnis, „Phase Drei“ seines Lebens eben nicht planen zu können, hält er inne und besinnt sich.
Was motiviert ihn zu diesem Innehalten? Weder Vorausschau noch bewusste Lebensplanung, weder Absicht noch Weitsicht, sondern schlicht und einfach der Fakt, dass es so nicht weitergeht. Dass er mit seinem alten Latein am Ende ist. Dass ihm der Sinn allen Planens abhanden gekommen ist. Dass seine bisherigen Konzepte nicht mehr funktionieren. Einzig aus diesen Gründen sucht er nach etwas Neuem.
Das Gefühl der Leere, die Resignation, das Nicht-Weiter-Wissen, sein Scheitern – kurzum all das, was er als Krise empfindet – ist wichtig. Es weist ihn darauf hin, dass ihm das Leben enteilt ist, und es motiviert ihn, dem Leben zu folgen.

Das Kartenhaus der Werte

Die Einleitung zu dem Buch
Das Kartenhaus der Werte.

Einleitung
Die Reihe, in der dieses kleine Buch erscheint, heißt “Soziale Fitness”. Fit mit dem Thema Werte umzugehen bedeutet in Bezug auf dieses Buch:
– Das aufzugreifen, was allgemein über Werte behauptet wird,
– festzustellen, was über Werte geglaubt wird,
– zu prüfen, was Werte tatsächlich sind,
– darzustellen, wie sie in der Gesellschaft wirken und wozu sie taugen,
– sowie aufzuzeigen, wie man in Wertediskussionen sinnvoll mit dem Thema umgehen kann.
Bei der Darstellung des Themas werde ich folgendermaßen vorgehen. Zuerst werde ich idealisierte Vorstellungen demontieren, die über Werte kursieren. Erst wenn das Thema auf den Boden gesellschaftlicher Tatsachen gestellt ist, komme ich zum Wert der Werte und dazu, wie man sich in Wertediskussionen am Besten verhält.

Was über Werte gesagt wird
Viele meinen zu wissen, was Werte sind und bedeuten. So wird allgemein behauptet, Werte wären:
– das Fundament, auf dem unsere Gesellschaft aufbaut,
– und der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält, kurzum: Werte würden das Grundgerüst unserer Kultur darstellen.
Was wir glauben, wenn wir das glauben Da die meisten Menschen obige Aussagen widerspruchslos übernehmen, akzeptieren sie wie selbstverständlich auch die folgenden Überzeugungen. Diese besagen unter anderem, Werte würden:
– die Handlungen der Menschen lenken,
– man könnte bestimmte Werte leben und andere nicht,
– es gäbe eine Wertehierarchie, und
– es gäbe absolute und unveräußerbare Werte.
Das alles, lassen Sie es mich vorausschicken, trifft so nicht zu. Daher erfordert soziale Fitness, diesen Behauptungen und Überzeugungen fundierte Erkenntnisse und Fakten entgegenzuhalten. Das werde ich im Folgenden tun. Dabei werde ich mich bemühen, das Thema möglichst klar und prägnant zu behandeln.

Was ich in diesem Buch darlegen werde
Ich werde darlegen, wieso die obigen Aussagen nicht zutreffend sind und weshalb man sie nicht für bare Münze nehmen darf. Im Einzelnen werde ich zeigen:
– Was Werte nicht tun,
– woraus sich der Bedarf nach Werten ergibt,
– was Werte sind,
– wieso Werte keine Handlungsorientierung vermitteln,
– wieso man bestimmte Werte nicht leben kann,
– worin die Widersprüchlichkeit von Werten besteht,
– dass es keine Wertehierarchie gibt,
– wieso Werte keine verlässliche Identität vermitteln,
– wie man sich geschickt auf Werte beruft,
– wieso man jede beliebige Handlung mit Werten rechtfertigen kann,
– wie man sich hinter Werten verschanzen kann,
– wie man mittels Werten Fehler verschleiert,
– dass man locker von Wert zu Wert hüpft,
– wie man Werte aufbläst,
– wie sich Werte zum Streit und sogar als Waffen nutzen lassen,
– worin der tatsächliche Wert der Werte besteht, und
– wie man sich in Wertediskussionen am besten verhält.

Werte haben ihren Wert – das steht ohne Zweifel fest. Ihre Aufgabe ist allerdings eine andere, als allgemein geglaubt wird.
Begeben wir uns also auf eine spannende und aufschlussreiche kleine Erkenntnisreise.

Der Bedarf an Gott

Der Text ist ein kleiner Auszug aus dem E-Book „Religion ist für Feiglinge„.

Gott oder nicht?
Gibt es einen Gott? Der Streit darüber und welche Rolle der Glauben im Leben der Menschen spielt, ist – ausgelöst durch den unerwartet aufgetretenen religiösen Fundamentalismus christlicher und islamischer Prägung – neu entfacht. In dieser Diskussion stehen sich gewöhnlich Gläubige verschiedener Konfessionen und Atheisten gegenüber. Die eine Seite beschwört eine Auferstehung des Glaubens, die andere Seite bezeichnet den Glauben als Gotteswahn.
Doch es gibt nicht nur Gläubige und Nichtgläubige. Es gibt auch solche, denen es schlicht gleichgültig ist, ob ein Gott existiert oder nicht. Für die der Glaube keine Bedeutung hat.
Soll man zur Gottesfrage als jemand, für den die Frage nach der Existenz Gottes keinen Sinn ergibt, Stellung beziehen? Ich denke, das lohnt nicht.  Denn weder lässt sich Gottes Existenz beweisen noch seine Nichtexistenz. Beides ist und bleibt über alle Darlegungen hinweg reine Glaubensfrage, und damit besser dem endlosen Streit der Rechthaber der einen oder anderen Seite überlassen.
Interessanter und spannender als Gottesbeweise zu suchen oder Gotteswiderlegungen aufzustellen erscheinen mir andere Fragen. Etwa die Fragen, wozu Gott gebraucht wird, und von wem er gebraucht wird, wozu er benutzt wird, wie an ihn geglaubt wird, wann man sich auf ihn beruft. Denn offenbar besteht ein Bedarf an Gott.

Der Bedarf an Gott
Seit der Mensch weiß, dass er beobachten kann, fühlt er sich beobachtet. Damit entsteht der Bedarf an Gott.
Vom entwickelten Tier weiß man, dass es beobachten kann. Aber weiß der Affe, der dabei zuschaut, wie ein anderer Affe Erdnüsse vertilgt auch, dass er diesen Affen beobachtet und dass er von diesem anderen Affen beim Beobachten beobachtet wird? Die Wissenschaft bezweifelt dies. Allein dem Menschen wird eine ausgeprägte selbstreferenzielle Psyche zugesprochen.
Aufgrund eines rätselhaften Evolutionsschrittes hat der Mensch ab irgendeinem Punkt seiner Entwicklung erkannt: „Ich sehe und werde gesehen und bin mir darüber klar“. Dies ist gewissermaßen die Geburtsstunde des Ich, eines Begriffes oder einer Vorstellung von sich selbst. Es ist der Moment, als Adam und Eva in den Apfel bissen und “sie erkannten sich”.
Der Mensch unterscheidet nun zwischen sich und allem anderen, zwischen sich und der Welt. Abstand entsteht. Er kann diese Welt beobachten, und offensichtlich beobachtet die Welt ihn. Darüber hinaus beobachtet er eine Welt, die unendlich erscheint, unüberschaubar, rätselhaft und beängstigend, und zugleich grenzenlos machtvoll ihm gegenüber. Eine unerklärliche Welt, deren Zusammenhänge ihm rätselhaft sind und der er sich ausgeliefert fühlt. Eine Welt, die er ganz offensichtlich nicht erschaffen hat und über die er keine Kontrolle auszuüben vermag.

Ein Leben im Zweifel
Es leuchtet ein, dass mit dem Abstand der Erkenntnis die Wahl und damit der Zweifel in des Menschen Welt Einzug hält. Wo komme ich her? Was soll ich tun? Was macht mir die Welt und ihre unsichtbaren Kräfte gewogen und was erzürnt sie? Wie werde ich gesehen und beurteilt? Was ist richtig und was ist falsch? Was ist gut und was ist böse? Was lässt mich leben und was sterben? Was kommt nach dem Tod?
Diese Fragen sorgen für eine große Beunruhigung. Eine Unruhe, die vor der Erkenntnis sicherlich nicht vorhanden war. Zu sein und keine Macht über sich zu haben. Zu existieren, ohne sich selbst in die Welt gesetzt zu haben. Zu leben, ohne dem Tod entkommen zu können. Erkenntnis weckt einen immerwährenden Zweifel, ein nicht endendes Nagen an scheinbaren Gewissheiten. Und zu zweifeln bedeutet vor allem: zu Leiden.

„Wo gibt es, so fragt man sich, eine felsenfeste, unerschütterliche Gewissheit, auf der sich alle menschliche Gewissheit aufbauen lässt?“ (Hans Küng, Existiert Gott?)

Damit ist der Kern allen Glaubens und seiner Fragen beschrieben: Wie kann der Mensch vom Leiden erlöst werden? Wie kann er der Ungewissheit entkommen? Wo kann er unerschütterliche Gewissheiten finden?

Zweifel in Wahrheit auflösen
Logischer Weise gibt es nur einen Weg, dem Zweifel zu entkommen: indem man zur Wahrheit findet.
Was ist Wahrheit? Dieser Bewusstseinszustand zeichnet sich nicht durch unumstößliche Erkenntnisse aus, schließlich stellt sich die Wahrheit von heute morgen schon als Irrtum heraus.
Wahrheit besteht, wo jeder Zweifel abwesend ist. Wahr ist, wogegen keine Fakten sprechen. Was wahr ist, das kann und braucht und darf nicht bezweifelt zu werden. Was wahr ist, daran kann man sich halten. Mit völliger Gewissheit.
Die Wahrheit über die Welt zu finden, über ihre Ursprünge, ihren Sinn, ihre Bestimmung, eine Erklärung für das Unerklärliche und einen Begriff für das Unbegreifbare – das dient dazu, die existentielle Beunruhigung des Menschen zu beruhigen. Diese Wahrheit ist gefunden. Ihr Name lautet Gott. Gott ist das Ende der Ungewissheit.

Gott ist die Lösung
Mit Gott löst der Mensch sein größtes Problem: das Problem des Nichtwissens und der damit verbundenen Ungewissheit. Mit Gott weiß er, denn Gott ist eine Universalerklärung. Gott erklärt alles. Gott hat die Welt erschaffen. Gott bestimmt über das Schicksal der Menschen. Gott gebietet über Leben und Tod. Gott ist Anfang und Ende. Ohne jeden Zweifel.
Der Bedarf an Gott entsteht mit dem Bewusstsein des Menschen von sich selbst. Gott löst das Erkenntnisproblem, das mit dem Bewusstsein entsteht: das Problem der Ungewissheit, des Nichtwissens. Er liefert Erklärungen für das Unerklärliche. Er beseitigt den Zweifel. Und damit beruhigt er.
Der Soziologe Dirk Baecker beschreibt die soziale Aufgabe Gottes in einfachen und klaren Worten: Er sagt: „Gott ist die Erklärung dafür, dass es so ist, wie es ist. Und Gott ist vor allem die Beruhigung darüber, dass ich daran, wie es ist, nichts zu tun brauche.“

Was ist, ist. Das ist er, der Wille Gottes.

Absichtlich Single bleiben!

(ein bewusst ironischer Text)
So verhindern Sie effektiv, einen Partner zu bekommen!

Zugegeben, es scheint nicht einfach zu sein, sich als Single unter Millionen von Singles zu bewegen und nicht an einem Partner hängen zu bleiben. Dennoch erweisen sich zahllose Singles in der Kunst der Beziehungsvermeidung als äußert erfolgreich. Von ihnen lernen heißt: sicher und verletzungsfrei durchs Leben zu kommen. Das ist nötig, denn wie jeder weiß, gleichen Liebesbeziehungen verminten Feldern, und leider können einen die eigenen Sehnsüchte jederzeit in unberechenbare Liebesgefahren bringen. Man muss sich aber keinen Ehering anstecken, um Interessenten loszuwerden. Es ist effektiver, sich und den potentiellen Partner an der Liebe zu hindern. Wie Sie das erfolgreich tun können, erfahren Sie hier. Kontakt meiden.

Wehret den Anfängen
Und wie fängt es an? Meist mit einem langen
Blick, der eindeutig signalisiert: „Ich finde dich interessant, ich will dir näher kommen“. Vermeiden Sie es, solche Blicke zu senden. Sollten Sie jemanden interessant finden, halten Sie Ihr Gesicht regungslos und schauen Sie schnell in eine andere Richtung. Sollten Sie von einem solchen Blick getroffen werden, weichen Sie dem augenblicklich aus und wenden Sie sich sofort ab. Vielleicht gähnen Sie dabei oder verziehen genervt die Augenbrauen. Das entmutigt Interessenten und Sie haben Ihre Ruhe. Wenn Sie zu solchen Äußerungen nicht in der Lage sind, vermeiden Sie es, sich in der Öffentlichkeit sehen zu lassen. Denken Sie stets daran: Kontakt ist gefährlich, man weiß nie, was daraus entsteht.

Hürden bauen
Manchmal trifft man wirklich auf zähe Bewerber oder Bewerberinnen,
und nicht immer lässt sich ein Erstkontakt vermeiden. Dann befinden Sie sich in der misslichen Lage, ungewollt in ein Anbahnungsgespräch verwickelt zu sein. Nutzen Sie den aufgezwungenen Smaltalk dazu, Ihr Gegenüber kritisch zu inspizieren. Es lässt sich mit Sicherheit einiges finden, das Sie stört. Vielleicht ein Haar im Ohr, die farbliche Abstimmung der Kleidung, die Schuhe, der Klang der Stimme, der Inhalt der Worte, die Körpergröße etc. Gleichgültig was es ist, konzentrieren Sie sich jetzt intensiv auf dieses Unangenehme. Vergrößern Sie es in Ihrer Fantasie ins Unerträgliche hinein. Warten Sie, bis sich eine massive Abneigung oder noch besser ein Ekel einstellt. So bauen Sie verlässliche innere Hürden gegen unerwünscht auftauchende Sympathien auf und zerstäuben eventuell berührte Sehnsüchte.

Demonstrieren Sie Bedürfnislosigkeit
Sollte es jemandem gelungen sein, die
aufgetürmten Hürden zu überwinden, also für den Fall, dass Sie trotz aller Anregungen schwach werden, müssen Sie diesen/diese unbedingt demotivieren. Erzählen Sie von Ihrem fantastischen Leben als Single, dass Sie total glücklich sind und nie im Leben auf die Idee kämen, einen Partner zu suchen. Wer sich hierdurch nicht täuschen lässt, weil er glaubt, eine tief in Ihrem Inneren verborgene Sehnsucht nachfühlen zu können, den überzeugen Sie davon, dass Sie an Menschen interessiert wären, nicht an einem Partner. Freunde sind allemal viel besser als Liebespartner! Brechen Sie dann die Begegnung schnell ab, bevor Sie an ihren eigenen Überzeugungen zweifeln.

Verbreiten Sie Selbstbewusstsein
Sie haben sich auf weiteren Kontakt eingelassen?
Keine Panik, noch ist es nicht zu spät, die drohende Beziehungsanbahnung zu unterbrechen. Dazu betonen Sie unablässig, ein unabhängiger Mensch zu sein, der niemanden braucht. Lassen Sie Ihr Gegenüber mit einem Hauch von Verachtung in der Stimme wissen, dass er/sie einen bedürftigen oder gar erbärmlichen Eindruck macht. Signalisieren Sie zugleich Verständnis dafür und erklären sie ihm, dass man nur dann einen Partner findet, wenn man zuerst sich selbst liebt; und zwar komplett. Das kann dauern, und soweit ist der andere längst nicht. Er weiß nun, dass er Sie nicht verdient hat. Weisen Sie zugleich auf die Folgen dieser Selbstliebe hin. Denn wenn man sich selbst vollständig liebt, ist man sich selbst genug und braucht keinen Partner. Das ist doch logisch! Sie selbst sind das beste Beispiel dafür! Jetzt sollten Sie Ihr Gegenüber ausreichend verwirrt und abgetörnt haben.

Demonstrieren Sie Selbstbezogenheit
Vielleicht ist es trotz aller Vorsicht jemand
gelungen, Sie unter dem Vorwand der Freundschaft in sporadische Kontakte zu locken; womöglich ist sogar Nähe entstanden. Nun müssen Sie Stärke zeigen und Ihre Beziehungsunwilligkeit auf eindrückliche Weise durch Selbstbezogenheit unter Beweis stellen. Vermitteln Sie dem Gegenüber einen Vorgeschmack darauf, was es heißen würde, mit Ihnen eine Beziehung zu haben. Ihr zentraler Merksatz bei diesem Vorhaben lautet: Es geht hier allein um mich! Lassen Sie sich beispielsweise in ein Restaurant einladen und beschweren sie sich heftig darüber, wenn er/sie ihnen die Tür nicht aufhält. Hält er/sie die Tür aber auf, dann weisen Sie das brüsk mit dem Hinweis zurück, Sie könnten sehr gut selbst für sich sorgen. Wenn Ihr BewerberIn etwas von sich erzählt, halten Sie ihm vor, er wäre selbstbezogen. Erzählen Sie dann ununterbrochen nur von sich, und fordern Sie dafür uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Sie können sicher sein, das das niemand lange durchhält. Bei Selbstbezogenheit gilt der Grundsatz der Willkürlichkeit. Handeln Sie streng nach der Devise: So bin ich eben, friss es oder stirb!

Warnen Sie vor dem Unvermeidlichen
Sie sind Ihren Interessenten noch nicht los?
Machen Sie ihm/ihr jetzt klar, was man auf keinen Fall mit Ihnen tun darf: nämlich Sie verletzen. Weil Sie genau wissen, dass Verletzungen in Beziehungen unvermeidlich sind, haben Sie sich mit dieser Warnung eine leicht zu öffnende Hintertür geschaffen. Sie können jederzeit mit dem Hinweis aus dem Kontakt gehen: „Ich hatte dir gesagt, dass du mich nicht verletzen darfst!“ Sollte der Partner zaghaft einwenden, er könne ja nicht wissen, wodurch Sie verletzt sind oder wären, entrüsten Sie sich mit den Worten „Wenn du sensibel wärst, würdest du das wissen!“

Unterstellen Sie hemmungslos
Sollten Sie nicht gegen sich ankommen und eine
wachsende Zuneigung spüren, suchen Sie in den folgenden Treffen nach eindeutigen Beweisen dafür, warum sie beide nicht zueinander passen. Seien Sie kreativ. Denn aus der Tatsache, dass eine Beziehung aus zwei Individuen, also aus zwei unterschiedlichen Menschen besteht, lässt sich jederzeit eine Begründung basteln. Der andere schläft zu lange, ernährt sich falsch, hat die falschen Hobbys, sagt die falschen Dinge, hat unpassende Gefühle, nicht die selben Lebensziele etc. Und auch die Wertesysteme passen nicht zueinander. Unterstellen Sie ihm Absicht: Wenn er Sie lieben würde, dann wäre er nicht so unterschiedlich! Das ist doch klar! Begründen Sie Ihre Unterstellungen einfach mit ihrem Gefühl. Auf Ihr Gefühl können Sie sich verlassen, es hat sich noch nie geirrt.

Schief gegangen? 
Ist es trotz aller Mühe schief gegangen und Sie haben sich auf eine
Beziehung eingelassen? Haben Sie vielleicht sogar Liebesgefühle entwickelt? Nicht aufgeben! Keine Angst, noch ist eine Rückkehr ins Singledasein möglich. Denn wie man eine Beziehung zerstört und den Liebespartner los wird, das erfahren Sie hier.

Schluss. Aus. Ende.

(Ein bewusst ironischer Text)
Während sich alle Welt damit befasst, wie man Partnerschaften lebenslang erhalten könne, möchte ich mich heute Hilfe spendend jener Gruppe verzweifelter Partner zuwenden, die bisher vergebens nach Wegen suchen, ihre aus welchen Gründen auch immer lästig gewordene Beziehung vorzeitig zu beenden. Wie wird man den Partner los, ohne sich für das Ende der Beziehung schuldig fühlen zu müssen? Indem man ihn zum Schuldigen einer ausweglosen Entwicklung macht. Hierzu gibt es todsichere Rezepte, wie die folgenden wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse und praktisch erprobten Ratschläge zeigen.

Meiden Sie Abstand
Zu Recht wird behauptet, Merkmal einer lebendigen Beziehung sei ein stetiger Wechsel von Nähe und Abstand der Partner zueinander. Für unsere Zielsetzung können Sie hieraus den Rat entnehmen, gerade das Gegenteil zu tun: Lassen Sie den Partner unter keinen Umständen und für keinen Augenblick aus den Augen. Denn wenn Sie dem Partner Freiraum gewähren, wird er irgendwann anfangen, Sie zu vermissen. Womöglich sehnt er sich sogar und entwirft tragischer Weise verlockende Vorstellungen von den nächsten Begegnungen mit Ihnen. Im schlimmsten Fall entwickelt er sogar neue Gefühle der Verliebtheit. Derartige Missverständnisse sollten keinesfalls entstehen, denn das Risiko, durch Abstand positive Erwartung zu erzeugen, ist einfach zu groß. Deshalb meiden Sie konsequent jeden Abstand und kämpfen Sie krampfhaft um Nähe. Hängen Sie dem Partner tagein, tagaus auf der Pelle. Machen Sie keinen Schritt ohne ihn. Entwickeln Sie exakt die gleichen Interessen. Mischen Sie sich in seine Hobbys ein. Klammern Sie. Darüber hinaus sollten Sie ständig beteuern „Du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben“. Hervorragend eignen sich auch Drohungen wie „Ich bin so froh dich zu haben“ oder „Du bist alles was ich brauche“ und „Ich werde dich nie wieder loslassen“, sowie die ultimative Erstickung durch ein beängstigendes „Ohne dich kann ich nicht leben“. Achten Sie auf die Gesichtszüge des Partners oder der Partnerin. Wenn sein Lächeln gefriert und sein Atem stockt, sind Sie auf der richtigen Spur. Weiter so, wiederholen Sie diese Aussagen täglich.

Meiden Sie Kommunikation
Kommunikation, vor allem in ihrer sprachlichen Form, verfolgt verschiedene, Ihrer Trennungsabsicht zumeist widersprechende Ziele. Beispielsweise könnten auf dem Weg allzu eifriger Mitteilung Missverständnisse ausgeräumt und Konflikte gelöst werden. Darüber hin- aus kann es versehentlich zu verbalen Sympathie-, oder in Extremfall sogar zu Liebesbezeugungen kommen. Diese gilt es zu vermeiden. Frauen können dazu eine manchmal noch rudimentär vorhandene Gesprächsbereitschaft ihres Mannes im Keim ersticken, indem sie folgende Regeln beachten: Reden Sie ihm ein, besser als er zu wissen, was seine Stimmungen bedeuten und schreiben Sie ihm vor, was er zu fühlen und zu tun hat. Etwa mit den Worten „Wenn du gern mit mir zusammen wärst, würdest du es mir öfter sagen“, „Wenn ich dir gefallen würde, könntest du anderen Frauen nicht nachschauen“ oder „Versprich mir, dass du mich nie verlassen wirst“. Männern sei empfohlen, die Beziehung gleich ganz tot zu schweigen. Lassen Sie die Partnerin gegen eine Mauer des Schweigens prallen. Verweigern Sie jede Auskunft über ihre Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte. Reagieren Sie genervt auf jedes Interesse an Ihrem Zustand und daran, was Sie heute erlebt haben. Seien Sie misstrauisch und standhaft. Merken Sie sich vor allem die Worte „Nichts“ und „Wie immer“.

Machen Sie den Partner wahnsinnig
Eine effektive Methode der Beziehungsdestruktion hat in der Hand, wer um die geschlechtsspezifische Wahrnehmung von Mann und Frau weiß. Nichts ist für Männer schlimmer, als sich beengt und in die Ecke getrieben zu fühlen, und Frauen leiden besonders heftig unter dem Gefühl, orientierungslos in der Luft zu hängen. Von Männern verlangt dies, einen Widerspruch zwischen ihren Worten und Handlungen zu erzeugen. Schalten Sie den Fernseher ein und konzentrieren Sie sich ganz auf den Film. Antworten Sie dann auf die mit Sicherheit in den nächsten Wochen auftauchende Frage „Liebst du mich eigentlich noch“ mit den beiläufig geäußerten Worten „Aber Liebling, das weißt du doch“. Schauen Sie anschließend an Ihrer Frau vorbei, wenn diese Ihnen einen Kuss gibt. Schenken Sie ihr einen Strauss verwelkte Blumen mit dem Hinweis, diese wären im Sonderangebot gewesen. Laden Sie Ihre Frau ins Theater, zum Essen und in den Urlaub ein und vergessen Sie, die Tickets zu besorgen und den Tisch zu reservieren. Und dann: Leugnen Sie beharrlich, dass Ihr Verhalten etwas zu bedeuten hat. Dieses Verhalten kann nun ihrerseits die Frau aufgreifen, um der Beziehung den Rest zu geben. Führen Sie Buch über derartige Verfehlungen Ihres Mannes. Machen Sie lückenlose Beweisketten auf, wann er welches Versprechen nicht erfüllt hat. Führen Sie Männer aus der Bekanntschaft als leuchtende Beispiele für frauen- gerechtes Verhalten an. Fragen Sie Ihren Mann schonungslos aus, bis er etwas zugibt. Dann halten Sie ihm genau das vor.

Erringen Sie die Macht
Zu fatalen Ergebnissen in Bezug auf die Absicht, den Partner loszuwerden, führt der leichtfertige Rat, Respekt und Achtung gegenüber den Eigenarten des Partners zu zeigen. Womöglich würde er sich in der Beziehung aufgehoben fühlen. Um dem vorzubeugen empfehle ich einer Frau, den Partner stillschweigend in ihre Planungen einzubeziehen und so zu vereinnahmen. Die fröhlich verkündete Nachricht „Ich habe unseren Urlaub schon gebucht“ oder der nachträglich freudig mit- geteilte Entschluss „Hab ich dir eigentlich schon gesagt, das ich vor zwei Monaten die Pille abgesetzt habe“ wirken wahre Wunder. Auf Protest reagieren Sie am besten mit einem Gefühlscocktail aus Wut, Trauer und Tränen. Leiden Sie demonstrativ und bekräftigen Sie ihre Ansprüche mit den Worten „Aber du hast doch gesagt, du liebst mich!“ Männer sollten im Gegensatz zu Frauen jede Offensive meiden. Ihre Strategie der Macht sollte die eines Guerillakämpfers sein. Statt die Partnerin einzuplanen sollten Sie alles Mögliche abseits der Beziehung tun, und das heimlich. Treffen Sie sich mit der Ex und geben Sie vor, Überstunden zu machen. Versprechen Sie, etwas „morgen“ zu tun, aber beachten Sie stillschweigend die wahre Bedeutung des spanischen Wortes ‚manjana‘ (heute nicht!). Lernen Sie die Sätze „Das wollte ich nicht“ und „Das habe ich vergessen“ auswendig. Üben Sie bei der Aussage „Es tut mir leid“ ein angedeutetes Grinsen ein. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Frau sich die Zähne an Ihnen ausbeißt.

Ersticken Sie das Begehren
Was wäre ein erfolgreiches Rezept zur Zerstörung der Partnerschaft, das den Bereich des Sexuellen ausspart? Womöglich würde im Bett manche Versöhnung hergestellt und mach unerwünschter Friede gefeiert. Das muss nicht sein. Wenn Sie den Ratschlag ‚Abstand meiden‘ konsequent befolgen, werden Sie schon nach kurzer Zeit Erfolge auch auf sexuellem Gebiet verbuchen. Die Lust lässt nach, die Gier schwindet, und wenn sie auch körperlich ständig präsent sind, wird die sexuelle Beziehung bald ganz erstorben sein. Diese Entwicklung wiederum versorgt Sie mit hervorragenden Argumenten im Machtkampf. Frauen sei folgendes empfohlen: Bremsen Sie seine Gier mit dem Vorwurf, er sei sexsüchtig. Verlängern Sie das Vorspiel bis ins Unerträgliche. Sie wollen stundenlang gestreichelt werden, schließlich will ihre Lust meisterhaft geweckt sein. Kuscheln Sie ihren Mann im wörtlichen Sinne nieder. Werfen Sie ihm dann vor, sie nicht richtig zu begehren. Fordern Sie erotische Liebesbeweise ein. Einmal täglich ist das Mindeste. Zeigen Sie gedrückte Stimmung, Niedergeschlagenheit. Beklagen Sie die zwangsläufig einsetzende Zurückhaltung ihres Mannes. Werfen Sie ihm vor, sie nicht ‚als Frau‘ zu lieben. Fordern Sie, er solle sich anstrengen. Hilfreiche Formulierungen lauten ‚Du schwitzt ja nicht mal‘ oder ‚Prima, das Ganze noch mal bitte‘. Hilfreich ist auch das Geständnis, seit 12 Jahre Orgasmen vorgetäuscht zu haben. Dem Mann sein geraten: Seien Sie schnell. Überspringen Sie jedes Vorspiel. Lassen Sie gar nicht erst den Eindruck entstehen, als wären Sie an erotischer Begegnung und sinnlicher Verschmelzung interessiert. Denken Sie immer daran, es geht im Ihre Befriedigung, und die kann nicht ewig warten. Werfen Sie Ihrer Frau, die solches nur schwer hinnehmen kann vor, beinah frigide zu sein. Drohen Sie damit, sich eine andere zu nehmen. Erzählen Sie ihr, mit der Ex wäre alles viel besser ge- wesen.

Erfolg garantiert
Ich bin mir der Begrenzungen meiner Ratschläge durchaus bewusst. Manchmal unterschätzt man die Leidensfähigkeit des Partners und die Stabilität einer Partnerschaft, und dann kann es Jahre dauern, bis die Beziehung am Boden liegt. Wer jedoch nicht aufgibt und ganz bewusst sein Ziel ansteuert, der wird schließlich die Früchte seiner Beziehungsarbeit ernten.

Die besten Finanzbücher

Auf der Seite namens „Die besten Finanzbücher“ ist ein ausführlich Besprechung des Buches „LiebesGeld“ zu finden.

Die Betreiber schreiben: „Herr Mary, da uns Ihr Buch für unsere eigene Beziehung bereits viel geholfen hat, freuen wir uns, dass wir es jetzt so ausführlich bei uns empfehlen“ konnten.

Hier der Link.

Geiz – wie wird man ihn los?

Für die Zeitschrift „Bild der Frau“ wird ein Paar gesucht, bei dem die Frau sagen kann: „Mein Mann ist kein Heizhals mehr“ und beschreibt, wie sie das Schritt für Schritt geschafft haben. Das Paar kann den Artikel vor Erscheinen gegenlesen. Dazu wird ein Telefoninterview geführt und es werden Fotos gemacht.

Wer Lust hat, das zu machen wendet sich bitte an die Journalistin Sira Huwiler unter sira.huwiler@web.de